Brandwache in Bedburg: Arbeiten am Baudenkmal, vom Schloss bis Alt-Kaster
Nach Alt-Kaster gelangt man bis heute durch eines von zwei Stadttoren, die im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammen, und das Schloss Bedburg geht auf eine Wasserburg des 12. Jahrhunderts zurück. Wer an solchen Gebäuden ein Dach erneuert, Bleche lötet oder Räume umbaut, braucht in Bedburg eine Erlaubnis der Denkmalbehörde und häufig einen Brandposten. Hier lesen Sie, wie beides zusammengeht.
Sieben Jahrhunderte hinter Mauern und Toren
Kaster wird 1339 erstmals als Stadt erwähnt. Nach der Beschreibung der Stadt vermittelt Alt-Kaster noch geschlossen das Bild einer mittelalterlichen Stadt. Die Stadtmauer mit ihren Rundtürmen stammt im Kern aus dem 14. Jahrhundert, ebenso der Kern des St.-Agatha-Tors und das Erfttor, das Mitte des 16. Jahrhunderts erneuert wurde. 1993 begannen umfangreiche Arbeiten zur Restaurierung der Burgruine. Mehrere zweigeschossige Backsteinhäuser tragen an eisernen Ankern in der Fassade die Jahreszahlen 1668, 1686 und 1696. Alt-Kaster ist dabei kein Museum, sondern bewohnt.
Das Schloss Bedburg geht auf eine Wasserburg des 12. Jahrhunderts zurück. Heute finden dort nach Angaben der Stadt Kulturveranstaltungen, Hochzeiten, Kongresse und Tagungen statt. Der Rittersaal fasst je nach Bestuhlung bis zu 300 Personen, der Arkadenhof bis zu 120.
Für Handwerker und Eigentümer ist diese Geschichte mehr als kulisse. Alte Häuser haben Hohlräume unter Dielen und Putz, alte Füllungen in Decken, Balkenköpfe in den Wänden und Dachräume, die sich nur über schmale Luken erreichen lassen. Ein Funke, der dort hineinfällt glimmt unter Umständen lange, bevor jemand Rauch bemerkt. Die Denkmalbehörde weist ihrerseits darauf hin, dass auch verdeckte Strukturen unter Decken oder Putz zum Denkmal gehören können. Auch zum Nachsehen sollte deshalb niemand Putz oder Dielen öffnen, ohne das vorher mit der Behörde abzustimmen.
Quellen: Stadt Bedburg, Alt-Kaster, Schloss Bedburg und Denkmalschutz. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Erst die Erlaubnis, dann der Lötkolben
Den Denkmalschutz nimmt die Stadt Bedburg als Untere Denkmalbehörde selbst wahr. Zuständig ist der Fachdienst 5, der zugleich die untere Bauaufsicht der Stadt ist. Nach der Stadtseite brauchen an einem Baudenkmal unter anderem diese Arbeiten eine Erlaubnis:
- Dach und FensterEine neue Eindeckung oder neue Fenster brauchen eine Erlaubnis, die Stadt rät zur Abstimmung vor Beginn.
- Putz, Anstrich, DämmungAuch Neuverputz, Neuanstrich und eine Dämmung der Fassade gehören dazu.
- Umbau und GrundrissUmbauten, Anbauten und Änderungen am Grundriss.
- InnenräumeWenn Räume oder Ausstattung zum Denkmal gehören, einschließlich verdeckter Teile unter Decken oder Putz.
Bevor sie entscheidet beteiligt die Stadt das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland. Diese Abstimmung braucht ihre zeit, und erst danach stehen die Termine der Handwerker fest. Den Brandposten sollten Sie deshalb dann verbindlich einplanen, wenn die Erlaubnis vorliegt und klar ist, an welchen Tagen gelötet, geschweißt oder getrennt wird.
Geht es nicht nur um eine Reparatur, sondern um einen Umbau oder eine neue Nutzung ist zusätzlich ein Bauantrag nötig. Für große Sonderbauten verlangt die Stadt außerdem ein Brandschutzkonzept, als Beispiele nennt sie große Verkaufsstätten und Versammlungsstätten für mehr als 200 Personen. Die Brandschau führt in Bedburg die Stabsstelle Feuerwehr im Rathaus durch, und nach Angaben des Rhein-Erft-Kreises hat die Stadt eine eigene örtliche Brandschutzdienststelle. Fragen zum Brandschutz in einem bestimmten Gebäude landen also nicht in der Kreisverwaltung, sondern in Bedburg selbst.
Quellen: Stadt Bedburg, Denkmalschutz, Bauen, Umbauen, Nutzungsänderungen und Brandschau; Rhein-Erft-Kreis, Brandschutzdienststelle; Verordnung zur Bestimmung der Großen und Mittleren kreisangehörigen Städte.
Welche Arbeit welchen Schutz braucht
Am Altbau kommen meist mehrere Gewerke nacheinander, vom Gerüst bis zum letzten Anstrich. Nicht jede Phase braucht dieselbe Leistung, und die übergänge zwischen ihnen sind die Stellen, an denen etwas liegen bleibt.
| Arbeit | Leistung | Worauf es im Altbau ankommt |
|---|---|---|
| Bleche löten, Bahnen mit der Flamme verlegen | Brandposten | Traufe, Kehlen und Kaminanschlüsse beobachten, danach den Dachraum von innen kontrollieren |
| Trennen und Schleifen im Innenausbau | Brandposten | Offene Decken und Fugen abdecken, Staub und Späne vor Arbeitsende entfernen |
| Gerüst steht, Dach offen, Baustelle ruht | Brandwache | Runden außerhalb der Arbeitszeit, auch an Lagerflächen und Containern |
| Feier in einem historischen Saal oder Hof | Brandsicherheitswache | Ob eine Anzeige nötig ist und eine Wache gebraucht wird, entscheidet die Stadt |
Der Brandposten bleibt während der heißen Arbeit an der Stelle, hat Löschmittel griffbereit und kann eingreifen, wenn ein Funke etwas entzündet. Nach Arbeitsende reicht ein kurzer Blick über das Dach nicht. Wie lange danach kontrolliert wird, steht im Erlaubnisschein, und bei Holz, Hohlräumen und verwinkelten Dachräumen sollte diese Zeit großzügig bemessen sein. Mehr zu Aufgaben und Ablauf finden Sie unter Brandposten für Löt- und Dacharbeiten und zur Vorbereitung solcher Arbeiten unter Arbeiten mit offener Flamme im Bestand.
Begriffe wie Schweißerlaubnisschein und Nachkontrolle erklärt das Glossar.
Markttage hinter den Stadttoren
Am ersten Wochenende im Juli findet in Alt-Kaster der Ricarda-Markt statt, ein Markt für Kunsthandwerk mit mehr als 100 Ausstellern. Anwohner betreiben in dieser Zeit kleine Ausschänke in ihren Innenhöfen und Gärten. Der Zugang in den Ort führt durch eines der beiden alten Stadttore. Für Stände, Kühlwagen, Gasflaschen und Fahrzeuge heißt das: Die Tordurchfahrten müssen frei bleiben, und Kochstellen in einem engen Hof brauchen Abstand zu Holz, Planen und Fassaden.
Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen im Brandfall viele Menschen gefährdet wären, sind nach § 27 BHKG der Stadt anzuzeigen. Sie entscheidet, ob für ein Fest im Ortskern oder eine Feier im Schloss eine Brandsicherheitswache gebraucht wird. Stellt der Veranstalter selbst eine geeignete Wache, muss die Stadt ihm diese Aufgabe übertragen. Wie die Anzeige in Bedburg genau abläuft, klären Sie am besten direkt im Rathaus, sobald Termin und Ort feststehen. Im Schloss sollten Sie zusätzlich vom Vermieter erfahren, welche Bestuhlung und Personenzahl für den Saal gelten.
Quellen: Stadt Bedburg, Alt-Kaster, Veranstaltungen und Feuerwehr; BHKG NRW, § 27. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
So begleitet ein Brandposten die Arbeit am Denkmal
Am Denkmal kommt es darauf an, dass während der heißen Arbeit jemand neben der Flamme steht und nach Feierabend noch einmal jemand in Decke und Dachraum schaut. In Bedburg läuft das in vier Schritten:
Termine sichern
Erlaubnis und Bauzeitenplan liegen vor, die Tage mit Löt-, Schweiß- oder Trennarbeiten sind benannt.
Gebäude ansehen
Gemeinsam mit dem Handwerker: Dachraum, Luken, Hohlräume, Zugang über Gerüst oder Treppe, Löscher und der Weg für die Feuerwehr.
Arbeiten begleiten
Der Posten beobachtet die Stelle und die Umgebung, auch auf der anderen Seite von Wand oder Dach.
Nachkontrolle
Wiederholte Kontrolle nach Arbeitsende, Übergabe an den Eigentümer und auf Wunsch ein kurzer schriftlicher Bericht.
Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Eigentümer richtet im Erdgeschoss eines denkmalgeschützten Backsteinhauses in Alt-Kaster ein kleines Café ein. Bauantrag für die neue Nutzung und Erlaubnis der Denkmalbehörde laufen beide über den Fachdienst 5. Für die Küchenabluft wird ein Kanal durch die alte Balkendecke geführt und an zwei Tagen geschweißt. Ein Brandposten begleitet diese Arbeiten und kontrolliert danach die Decke von unten und vom Obergeschoss aus, bis die im Erlaubnisschein festgelegte Zeit vorbei ist.
Damit wir den Einsatz planen können, helfen uns die Erlaubnis oder ihr Stand, die Arbeitstage der Gewerke, fotos von Dach und Decken und ein Ansprechpartner, der am Gebäude Bescheid weiß. Wir bei brandschutzwache.de legen die Zeiten mit dem ausführenden Betrieb fest, damit die Nachkontrolle direkt an die Arbeit anschließt. Steht der Handwerksbetrieb noch nicht fest melden Sie sich trotzdem früh. Den Rahmen können wir schon besprechen, die genauen Zeiten folgen dann seinem Plan.
- Einsatzgebiet
- Bedburg, Rhein-Erft-Kreis. Die Seite beschreibt ein Einsatzgebiet, keine Niederlassung.
- In der Nähe
- Bergheim, Elsdorf, Grevenbroich, Jüchen, Titz
Was Eigentümer und Handwerker in Bedburg fragen
Braucht eine neue Dacheindeckung am Denkmal eine Erlaubnis?
Ja. Die Stadt nennt die Dacheindeckung ausdrücklich unter den Maßnahmen, die eine Erlaubnis brauchen, und rät, sie vorab abzustimmen. Zuständig ist der Fachdienst 5 im Rathaus, der vor der Entscheidung das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands beteiligt. Ob Ihr Haus in der Denkmalliste steht, kann Ihnen die Untere Denkmalbehörde sagen.
Wer prüft in Bedburg den Brandschutz eines Gebäudes?
Die Brandschau führt die Stabsstelle Feuerwehr der Stadt durch, und nach Angaben des Rhein-Erft-Kreises hat Bedburg eine eigene örtliche Brandschutzdienststelle. Bei einem Umbau oder einer neuen Nutzung ist der Fachdienst 5 im Rathaus der erste Ansprechpartner. Für Bestandsgebäude ohne Bauvorhaben fragen Sie am besten direkt bei der Stabsstelle nach.
Wie lange dauert die Kontrolle nach dem Löten?
Eine Zeit, die für jedes Gebäude passt, gibt es nicht. Festgelegt wird sie im Erlaubnisschein, abhängig von der Arbeit und den Materialien rundherum. In alten Dachstühlen mit trockenem holz und Hohlräumen sollte der Erlaubnisschein eher mehr Zeit vorsehen als weniger.
Reicht ein Brandposten für ein Fest im alten Ortskern?
Nein, ein Brandposten gehört zu Heißarbeiten. Für Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen im Brandfall viele Menschen gefährdet wären, ist die Brandsicherheitswache gedacht. Ob die Stadt eine verlangt, klären Sie mit dem Rathaus. Überträgt die Stadt die Wache dem Veranstalter stimmen wir mit ihm Posten an Toren, Höfen und Kochstellen ab.
Schildern Sie uns Ihren Bedarf.
Ob geplanter Termin oder kurzfristiger Anlass: Mit Ort, Zeitraum und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage einordnen und ein passendes Angebot vorbereiten.