Einsatzbereich

Industrie und Gewerbe: wenn der Betrieb anders läuft als sonst

Im Alltag hat ein Betrieb seinen Brandschutz meist im Griff. Kritisch wird es in den Wochen, die anders laufen: bei der Revision, über die Werksferien oder wenn das Lager umgebaut wird. Für diese Zeiten planen wir eine zusätzliche Absicherung.

Brandschutzmitarbeiter bespricht mit einem Verantwortlichen aus dem Betrieb die Unterlagen
Ausnahmen

Der Alltag ist geregelt, die Ausnahmen oft nicht

Brandschutzordnung, Brandschutzhelfer, Feuerlöscher und Meldetechnik sind auf den normalen Betrieb ausgelegt. Sie gehen davon aus, dass die gewohnten Leute zu den gewohnten Zeiten an den gewohnten Plätzen arbeiten. Sobald das nicht mehr stimmt weil der Betrieb für einige Tage anders läuft als sonst, passen Organisation und Wirklichkeit nicht mehr zusammen. Vier Situationen begegnen uns in Industrie und Gewerbe besonders häufig.

Revision und Stillstand

Viele fremdfirmen arbeiten gleichzeitig, oft mit Heißarbeiten, während Teile der Technik für die Wartung abgeschaltet sind.

Betriebsruhe

Über Feiertage oder Werksferien ist kaum jemand im werk. Was in dieser Zeit passiert, bemerkt niemand von selbst.

Lager im Umbau

Neue Regale, verschobene Gassen und zwischengelagerte Ware verändern Brandlast, Wege und manchmal die Wirkung der Löschtechnik.

Fremde im Betrieb

Handwerker, Montageteams und Leihpersonal kennen weder die Wege noch die Brandschutzordnung des Hauses.

Arbeitsschutz

Was der Betrieb ohnehin selbst regeln muss

Eine Brandwache von außen ersetzt die Pflichten des Arbeitgebers nicht. Nach § 10 des Arbeitsschutzgesetzes muss er Beschäftigte benennen, die Aufgaben der Brandbekämpfung und der Evakuierung übernehmen, und zwar in einer Zahl, die zur Größe des Betriebs und zu den besonderen Gefahren passt. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 konkretisiert das. Sie beschreibt unter anderem, wann von einer erhöhten Brandgefährdung auszugehen ist, etwa wenn leicht entzündbare Stoffe gelagert oder verarbeitet werden oder sich ein Brand schnell ausbreiten kann.

Wie viele Brandschutzhelfer ein Betrieb braucht, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Dabei sind auch Schichtbetrieb und Abwesenheiten zu berücksichtigen. Genau hier liegt in Ausnahmezeiten oft das Problem: In der Revision sind die eigenen Brandschutzhelfer mit anderen Aufgaben beschäftigt, über die Werksferien sind sie gar nicht da.

Quellen: § 10 Arbeitsschutzgesetz und ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände bei der BAuA in der jeweils aktuellen Fassung.

Wer den betrieblichen Brandschutz dauerhaft fachlich begleiten lassen möchte, kann dafür einen externen Brandschutzbeauftragten einbinden. Die zusätzliche Wache für besondere Zeiten ist eine andere Aufgabe, lässt sich aber gut damit verbinden.

Revision

Revision und Stillstand: viel Arbeit auf engem Raum

Während einer revision ballt sich in wenigen Tagen, was sonst über das Jahr verteilt ist. Mehrere Gewerke arbeiten nebeneinander, es wird geschweißt und getrennt, Anlagen sind geöffnet und Rohrleitungen entleert. Gleichzeitig ist oft ein Teil der Brandmelde- oder Löschtechnik außer Betrieb, weil auch sie gewartet wird.

Für jede einzelne Heißarbeit braucht es einen Erlaubnisschein und in der Regel einen Brandposten. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, die Hallen und Bereiche insgesamt in Runden zu kontrollieren, besonders nach Schichtende, wenn die Gewerke abgezogen sind.

Fremdfirmen bringen eigene Gewohnheiten mit. Deshalb lohnt es sich, sie vor Arbeitsbeginn in die Brandschutzordnung, die Fluchtwege und die Meldewege des Betriebs einzuweisen. Die Wache kennt diese Regeln ebenfalls und spricht es an, wenn auf einer Arbeitsstelle etwas davon abweicht. Für die einzelnen Arbeitsstellen gelten die Regeln für Heißarbeiten, und wenn die Löschtechnik ruht, sollten Sie auch die Hinweise zur abgeschalteten Sprinkleranlage kennen.

Bei brandschutzwache.de können Sie Brandposten und Rundgänge für die Revision gemeinsam anfragen. Dann planen wir beides zusammen und stimmen uns mit Ihrer Revisionsleitung ab, statt dass zwei Dienstleister nebeneinander her arbeiten.

Betriebsruhe

Betriebsruhe: wenn niemand hinschaut

Über Weihnachten oder in den Werksferien steht ein Betrieb still, aber nicht alles ist aus. Ladegeräte und Akkus bleiben am netz, Kühl- und Lüftungsanlagen laufen weiter, und manche Maschine braucht Stunden, bis sie ganz abgekühlt ist. Fällt in dieser Zeit etwas auf, ist niemand da, der es bemerkt, solange die Meldetechnik nicht anschlägt.

Ob in dieser Zeit eine Brandwache nötig ist hängt von Ihrem Betrieb ab. Anlass kann eine Vorgabe des Versicherers sein, eine Wartung der Meldetechnik genau in dieser Zeit oder schlicht die Entscheidung, das Werk nicht tagelang unbeobachtet zu lassen. Wir planen dann Runden zu festen oder wechselnden Zeiten und eine klare Meldekette zu Ihrer Bereitschaft.

Wichtig ist auch, was vor der Betriebsruhe passiert: Abfälle und Verpackungen entfernen, Maschinen nach Plan herunterfahren, Türen und Tore schließen. Ein gemeinsamer Rundgang am letzten Arbeitstag zeigt, ob alles so ist wie es sein soll. Gleichzeitig hat die Wache damit einen Vergleichszustand für die folgenden Tage.

Lager

Worauf eine Wache im Lager achtet

Lager sind in Ausnahmezeiten besonders empfindlich, weil sich dort viel Brandlast auf wenig Fläche sammelt. Bei Rundgängen behalten wir vor allem diese Punkte im Blick:

  • Freie WegeGassen, Notausgänge und Zufahrten für die Feuerwehr sind nicht zugestellt.
  • Keine ZwischenlagerWare und Verpackung stehen nicht provisorisch in Fluren, Treppenräumen oder vor Brandschutztüren.
  • Geschlossene AbschnitteBrandschutztüren und Tore schließen, keine Keile oder Haken.
  • WärmequellenLadebereiche, Heizgeräte und Beleuchtung ohne Auffälligkeiten.
Brandschutzmitarbeiterin prüft bei einem Rundgang einen Flur auf freie Wege
Abstimmung

So stimmen wir uns mit Ihrem Betrieb ab

  1. Zeitraum und Anlass

    Revision, Betriebsruhe oder Umbau, mit Beginn, Ende und den kritischen Tagen.

  2. Bereiche und Technik

    Hallen, Lager und Technikräume sowie die Anlagen, die abgeschaltet werden.

  3. Meldekette

    Wer im Betrieb erreichbar ist, wer Zugang hat und wann die Feuerwehr direkt gerufen wird.

  4. Einweisung vor Ort

    Begehung mit Ihrem Ansprechpartner, bevor der erste Dienst beginnt.

Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Kunststoffverarbeiter macht zwischen den Jahren zwei Wochen Betriebsruhe. In dieser Zeit wird die Brandmeldezentrale erneuert. Tagsüber arbeiten die Techniker, nachts und am Wochenende gehen Rundgänge durch Produktion und Lager, die Bereitschaft des Betriebs ist telefonisch erreichbar.

Fragen

Fragen aus Industrie und Gewerbe

Ersetzt eine Brandwache unsere Brandschutzhelfer?

Nein. Die Pflicht, Beschäftigte für Brandbekämpfung und Evakuierung zu benennen, bleibt beim Arbeitgeber. Eine Brandwache kann in besonderen Zeiten zusätzlich unterstützen, etwa wenn die eigenen Leute anderweitig gebunden oder nicht im Betrieb sind.

Arbeitet die Wache mit unserer Werkfeuerwehr oder dem Sicherheitsdienst zusammen?

Wenn es diese Stellen gibt ja. Wir klären vorher, wer welche Aufgabe hat, wer wen informiert und wer im Ernstfall das Kommando übernimmt. Doppelte Zuständigkeiten sind in einer Notlage das Letzte, was man braucht.

Was kostet eine Brandwache während der Betriebsruhe?

Das hängt von der Dauer, der Zahl der Runden und dem nötigen Personal ab. Einen pauschalen Preis nennen wir deshalb nicht. Sie erhalten ein schriftliches Angebot nachdem wir Zeitraum, Bereiche und Meldekette mit Ihnen geklärt haben.

Wie kurzfristig lässt sich eine Revision absichern?

Revisionen stehen meist Wochen oder Monate vorher fest, und je früher wir davon wissen, desto besser lässt sich das Personal planen. Kurzfristige Anfragen prüfen wir trotzdem, eine feste Zusage geben wir aber erst nach klärung.

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