Unterlagen
Brandschutzordnung für Halle, Lager und Büro aufstellen und aktuell halten, Flucht- und Rettungspläne mit dem tatsächlichen Zustand abgleichen, Prüffristen im Blick behalten.
In Uedem gehört fast jeder zweite Arbeitsplatz zum produzierenden Gewerbe, im Kreis Kleve ist es nicht einmal jeder vierte. Für Werke mit Produktion, Lager und Technik planen wir eine Brandwache, Brandposten bei Heißarbeiten und die laufende Betreuung durch einen externen Brandschutzbeauftragten.
Uedem ist ländlich geprägt, zwei Drittel der fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Bei den Arbeitsplätzen zeigt das Kommunalprofil von IT.NRW aber ein anderes Bild. Ende 2024 waren in Uedem 3.604 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, und knapp die Hälfte davon im produzierenden Gewerbe. Die sonstigen Dienstleistungen kommen nur auf 24,2 Prozent, im Kreis Kleve sind es 47,8 Prozent.
Für den Brandschutz zählt vor allem die Größe der Einheiten. Im Schnitt arbeiten in jedem dieser neun Betriebe weit über hundert Menschen. In Betrieben dieser Größe kommen meist fertigung, Lager, Haustechnik und Verwaltung zusammen, und Brandschutzordnung, Unterweisungen, Prüffristen und die Freigabe von Schweißarbeiten müssen zusammenpassen. Knapp drei Viertel der Beschäftigten am Arbeitsort pendeln ein, 2.676 von 3.570. Umso wichtiger sind klare Fluchtwege, eine verständliche Brandschutzordnung und Unterweisungen, die wirklich alle erreichen.
Quelle: IT.NRW, Kommunalprofil Uedem (Landesdatenbank, Stand 15.01.2026), Beschäftigte am 31.12.2024, Pendler am 30.06.2024, Betriebe am 31.12.2024 und Beschäftigte am 30.09.2024.
Die DGUV Information 205-003 in der Ausgabe vom Dezember 2020 beschreibt, was Brandschutzbeauftragte tun. Sie beraten die Unternehmensleitung, die Gesamtverantwortung bleibt beim Unternehmen. Für Produktionsbetriebe ergeben sich daraus vier Arbeitsfelder:
Unterlagen
Brandschutzordnung für Halle, Lager und Büro aufstellen und aktuell halten, Flucht- und Rettungspläne mit dem tatsächlichen Zustand abgleichen, Prüffristen im Blick behalten.
Begehungen
Rettungswege, Brandschutztüren, Feuerlöscher und Kennzeichnung regelmäßig kontrollieren. Gefundene Mängel werden gemeldet und bis zur Beseitigung verfolgt.
Heißarbeiten
Beraten, wie die eigene Instandhaltung und fremde Firmen Schweiß- und Trennarbeiten anmelden und wie der Erlaubnisschein im Werk ausgestellt wird.
Beschäftigte
Führungskräfte bei Unterweisungen unterstützen, Brandschutzhelfer ausbilden und Räumungsübungen planen, auch für Schichten und Abteilungen, die selten zusammenkommen.
Eine allgemeine Pflicht, einen Brandschutzbeauftragten zu bestellen, gibt es nicht. Verlangt wird er oft in der Baugenehmigung oder im Brandschutzkonzept, in Verträgen mit Versicherern oder Kunden oder als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Wird ein externer Brandschutzbeauftragter beauftragt, regelt ein Vertrag Aufgaben, Termine und die kurzfristige Beratung. Die Bestellung erfolgt schriftlich und wird nach der Einweisung in den Betrieb wirksam. Wie wir das organisieren, steht unter Aufgaben und Bestellung im Überblick.
Betreuung für einen Betrieb in Uedem anfragen
Quelle: DGUV Information 205-003, Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten, Ausgabe Dezember 2020.
Die Gemeinde will ihren Gewerbestandort weiterentwickeln. Im Haushaltsplan 2026, den der Rat am 26.02.2026 beschlossen hat, sind Mittel für den Erwerb von Grundstücken und für die Erweiterung des Gewerbegebiets 3. Reihe veranschlagt. Ob und wann dort gebaut wird steht damit noch nicht fest. Unabhängig davon kann ein Anbau oder eine neue Halle direkt neben der laufenden Fertigung entstehen.
Dann treffen zwei Dinge zusammen. Beim Anschluss an die bestehende Halle wird geschweißt und getrennt, oft an Stellen, hinter denen material, Maschinen oder Verpackung stehen. Dafür sieht der Erlaubnisschein einen Brandposten und eine Kontrolle nach Arbeitsende vor. Werden zugleich Melder im Übergangsbereich abgeschaltet, kann eine Brandwache diese Bereiche in Rundgängen kontrollieren, bis die Anlage wieder vollständig läuft. Welche Fragen bei Arbeiten im laufenden Betrieb zu klären sind, beschreibt die Seite Brandschutz in laufenden Produktionshallen.
Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Fertigungsbetrieb mit Werkhalle, Lager und Verwaltung soll bei der Verlängerung seiner Versicherung einen Brandschutzbeauftragten benennen. Zugleich plant er einen Hallenanbau. Der externe Brandschutzbeauftragte lässt sich zunächst durch das Werk führen und notiert bei der ersten Begehung einen zugestellten Notausgang im Lager. Danach überarbeitet er die Brandschutzordnung, legt mit der Instandhaltung fest, wie Schweißarbeiten angemeldet werden, und sieht die Pläne für den Anbau durch, bevor der Bauantrag zum Kreis geht. Für die Anschlussarbeiten an der alten Halle wird ein Brandposten eingeplant.
Bei brandschutzwache.de lassen sich Betreuung, Brandposten und Brandwache getrennt anfragen. Die Rollen bleiben dabei klar: Der Brandschutzbeauftragte berät und organisiert, der Brandposten beobachtet die Arbeitsstelle.
Quelle: Gemeinde Uedem, Haushaltsplan 2026 (Haushaltssatzung beschlossen am 26.02.2026), Investitionen Gewerbegebiet 3. Reihe; Pflichtexemplar der ULB Düsseldorf. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Uedem steht nicht in der Landesverordnung über die Großen und Mittleren kreisangehörigen Städte. Damit liegt die Bauaufsicht beim Kreis Kleve. Andere Aufgaben liegen bei der Gemeinde oder im Betrieb selbst.
| Thema | Zuständig | Hinweis |
|---|---|---|
| Bauantrag für Halle oder Anbau | Kreis Kleve als untere Bauaufsicht | Laut Prüfbericht der GPA NRW von 2023 gingen fast 90 Prozent der Bauanträge beim Kreis unvollständig ein. |
| Brandmeldeanlage und Aufschaltung | Brandschutzdienststelle, nach dem Merkblatt von 2015 die des Kreises | Angaben für den Ort wie Schlüsseldepot und Freischaltelement legte nach dem Merkblatt für Uedem die Brandschutzdienststelle im Einzelfall fest. Den heutigen Ansprechpartner nennt der Kreis. |
| Brandverhütungsschau | Gemeinde Uedem | Gemeindeaufgabe nach § 26 BHKG, die auf den Kreis übertragen werden kann. Wer sie durchführt, erfragen Sie bei der Gemeinde. |
| Veranstaltung mit erhöhter Brandgefahr | Gemeinde Uedem | Anzeige nach § 27 BHKG, wenn zusätzlich bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre. |
| Schweißen und Trennen im Werk | Betrieb | Erlaubnisschein mit Brandposten und Dauer der Nachkontrolle. |
Brandschutzdienststelle ist nach § 25 BHKG die Gemeinde nur dann, wenn ihre Feuerwehr über geeignete hauptamtliche Kräfte in ausreichender Zahl verfügt, sonst der Kreis. Wer einen Anbau plant sollte die Unterlagen zum Brandschutz früh vollständig haben. Lange Rückfragen kosten Zeit die später auf der Baustelle fehlt.
Quellen: Prüfbericht der GPA NRW zum Kreis Kleve 2022/2023 mit Vorbericht vom 24.08.2023; Merkblatt des Kreises Kleve zur Aufschaltung von Brandmeldeanlagen vom 12.06.2015 mit Liste der Kommunen; Landesverordnung über die Großen und Mittleren kreisangehörigen Städte in der seit Januar 2025 geltenden Fassung; Landesbauordnung, Paragraf 57; Brandschutzgesetz BHKG, Paragrafen 25, 26 und 27.
Unterlagen sichten
Baugenehmigung, Brandschutzkonzept, bisherige Brandschutzordnung, Prüfberichte und die Vorgaben des Versicherers.
Einweisung und Begehung
Rundgang durch Fertigung, Lager, Technikräume und Büros mit einer person, die den Betrieb kennt.
Schwerpunkte festlegen
Was zuerst kommt: Brandschutzordnung, Unterweisung, Freigabe von Heißarbeiten oder offene Mängel.
Laufende Betreuung
Begehungen nach Vereinbarung, Beratung bei Umbau und neuen Anlagen, Bericht an die Geschäftsleitung.
Wichtig ist eine feste Ansprechperson im Werk die Informationen weitergibt und die Abarbeitung der Mängel anstößt. Ohne sie bleibt auch eine gute externe Betreuung an der Oberfläche. Für die Anfrage reichen zunächst die Zahl der Beschäftigten, die Art der Fertigung, die Gebäude und der Anlass, etwa eine Forderung des Versicherers oder ein geplanter Umbau.
Begriffe wie Brandschutzordnung, Brandschutzhelfer und Schweißerlaubnisschein erklärt das Glossar.
Eine feste Grenze nach Beschäftigtenzahl gibt es nicht. Ob eine Bestellung verlangt wird steht in der Baugenehmigung, im Brandschutzkonzept, im Versicherungsvertrag oder ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Bei größeren werken mit Fertigung und Lager ist sie auch ohne ausdrückliche Pflicht oft sinnvoll.
Der Antrag geht an den Kreis Kleve als untere Bauaufsicht. Klären Sie mit Ihrem Entwurfsverfasser früh, wie die Brandschutzunterlagen den Übergang zur bestehenden Halle behandeln, etwa geöffnete Wände oder umgebaute Melder. So muss der Kreis weniger nachfordern, und die Bauzeit neben der Produktion lässt sich besser planen.
Das sind zwei getrennte Aufgaben. Der Brandschutzbeauftragte berät, wie Heißarbeiten im Werk freigegeben werden. Der Brandposten steht während der Arbeit an der Arbeitsstelle und macht nichts anderes. Beides kann bei uns angefragt werden, wird aber getrennt geplant.
Das entscheidet die Gemeinde Uedem. Anzuzeigen ist eine Veranstaltung, wenn eine erhöhte Brandgefahr besteht und bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre. Kann der Veranstalter eine geeignete Wache stellen, überträgt ihm die Gemeinde die Aufgabe. Fragen Sie dort rechtzeitig nach Form und Frist der Anzeige.
Ob geplanter Termin oder kurzfristiger Anlass: Mit Ort, Zeitraum und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage einordnen und ein passendes Angebot vorbereiten.