Einsatzgebiet Mettmann

Brandwache in Mettmann: Feste und Märkte im historischen Stadtkern

Für öffentliche Feste hat die Stadt Mettmann eigene Hinweise zum Brandschutz: freie Rettungswege, Feuerlöscher an den Ständen, Flüssiggas im Lageplan. Sie gelten auch im historischen Stadtkern mit seinem Fachwerk. Bei Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, entscheidet die Brandschutzdienststelle der Feuerwehr, ob eine Brandsicherheitswache nötig ist.

Brandsicherheitswache beobachtet das Geschehen bei einer Veranstaltung
Stadtkern

Feiern zwischen Fachwerk und Schiefer

Der historische Ortskern von Mettmann ist seit 1986 durch eine Satzung als Denkmalbereich geschützt. Sie beschreibt das Ortsbild als bergischen Ort mit historischer Bausubstanz: sichtbares Fachwerk oder Fachwerk, dessen Felder geputzt und weiß gestrichen sind, dazu Naturstein, Naturschiefer, tonpfannen und Holz, vorzugsweise Eiche. Die Häuser stehen nach der Satzung locker aufgereiht, jedes betont für sich.

Für ein Fest im historischen Stadtkern heißt das: Stände, Bühnen und Grills können vor Fassaden mit sichtbarem Fachwerk und Holz stehen. Funkenflug von einem Grill, eine undichte Gasflasche oder ein überlasteter Verteiler betreffen dann nicht nur den Stand selbst. Deshalb lohnt es sich, bei der Planung genau hinzusehen wo Feuer und Gas stehen und wie die Wege zwischen den Häusern frei bleiben.

Brandschutzkraft prüft vor einer Veranstaltung Wege und Ausgänge

Für drei Veranstaltungsflächen führt die Stadt im Leitfaden Lagepläne: Marktplatz und Oberstadt, Am Königshof und Jubiläumsplatz. Wer dort plant kann vom Lageplan der Stadt ausgehen und seine Stände, bühne und Gasflaschen darin eintragen. Auch Arbeiten an den Häusern selbst sind im Denkmalbereich geregelt: Wer eine bauliche Anlage verändern will, braucht nach § 4 der Satzung eine Erlaubnis, selbst wenn die Bauordnung die Maßnahme genehmigungsfrei stellt. Wird dabei mit offener Flamme gearbeitet finden Sie unter Brandposten für Arbeiten am Altbau unsere Leistung dafür. Eine Brandwache für das Haus selbst kommt in Frage, wenn während der Arbeiten eine Meldeanlage abgeschaltet ist.

Quellen: Kreisstadt Mettmann, Satzung für den Denkmalbereich „Stadtkern Mettmann“ vom 10.10.1986; Kreisstadt Mettmann, Leitfaden zur Durchführung öffentlicher Veranstaltungen. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.

Regeln der Stadt

Was Mettmann für Stände, Wege und Gas vorgibt

Die Stadt hat ihre Hinweise zum Brandschutz bei Veranstaltungen zuletzt im Januar 2022 geändert. Drei Vorgaben bestimmen, wie ein Fest im Stadtkern aufgebaut werden kann:

3,50 Meter
breit müssen Flucht- und Rettungswege mindestens sein, in Kurven 5 Meter. Sie bleiben frei von Aufbauten, auch von Leichtbau-Pavillons und Sitzmöbeln.
1 Meter
abstand bleibt um Hydranten, andere Löschwasserentnahmestellen sowie Strom- und Wasserverteiler frei. Sie müssen jederzeit zugänglich sein.
Feuerlöscher
gehören in Verkaufsstände, Verkaufswagen, Zelte und auf Bühnen.

Flächen, auf denen eine Drehleiter aufgestellt wird, dürfen grundsätzlich nicht mit Ständen oder Aufbauten belegt werden. Für leichtes Mobiliar kann die Feuerwehr nach Absprache eine Ausnahme zulassen. Flüssiggasanlagen nennt die Stadt ausdrücklich als besondere Gefahr: Die Regeln der Berufsgenossenschaft dazu sind strikt einzuhalten, und jeder Stand mit Gas wird im Lageplan farbig markiert und in der Veranstaltungsbeschreibung genannt.

Ob ein Fest mit erhöhter Brandgefahr, bei dem bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, zusätzlich eine Brandsicherheitswache braucht, entscheidet die Brandschutzdienststelle nach der Veranstaltungsbeschreibung. Sie berücksichtigt Art, Größe und Ort des Festes, die Brandgefahr und die Zahl der Besucher. Sie kann Auflagen erteilen. Die Kosten der Wache trägt nach den Hinweisen der Stadt der Veranstalter. Wie eine Wache am Festtag arbeitet, steht unter Feste und Märkte unter freiem Himmel absichern.

Lageplan und Eckdaten schicken

Quelle: Kreisstadt Mettmann, Veranstaltungsmanagement, Hinweise zum Brandschutz bei Veranstaltungen (geändert im Januar 2022).

Ablauf

Von der Anmeldung bis zum Abbau

  1. Beschreibung einreichen

    Das Formular „Veranstaltungsbeschreibung“ geht mit Lageplan, Versicherungsnachweis und gegebenenfalls Sicherheitskonzept an das Veranstaltungsmanagement der Stabsstelle Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung.

  2. Frist beachten

    Spätestens sechs Wochen vorher, bei großen Veranstaltungen, die möglicherweise eine Baugenehmigung brauchen, bis zu sechs Monate vorher.

  3. Entscheidung abwarten

    Die Brandschutzdienststelle prüft die Beschreibung. Besteht erhöhte Brandgefahr und wären bei einem Brand viele Personen gefährdet, legt sie fest, ob eine Brandsicherheitswache nötig ist und welche Auflagen gelten.

  4. Wache klären

    Kann der Veranstalter eine geeignete Wache stellen, überträgt ihm die Stadt die Aufgabe. Sonst stellt sie die Feuerwehr.

  5. Festtag

    Vor dem Einlass Wege, löscher und Gasstände prüfen, während des Festes beobachten, nach Veranstaltungsende eine Abschlusskontrolle und kurze Übergabe an den Veranstalter.

Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Kulturverein plant für einen Sommerabend ein Konzert mit kleiner Bühne und acht Essensständen auf einem Platz im Stadtkern. Zwei Stände kochen mit Flüssiggas, sie sind im Lageplan farbig markiert. Die Brandschutzdienststelle hält wegen der Gasstände und der erwarteten Besucherzahl eine Brandsicherheitswache für erforderlich und überträgt sie dem Verein, der dafür einen Dienstleister beauftragt. Die Wache prüft vor dem Einlass die Rettungswege zwischen Bühne und Fassaden und kontrolliert nach Konzertende die Gasstände, bevor sie abgebaut werden.

Bei brandschutzwache.de stimmen wir mit Ihnen ab welche Angaben die Stadt zu den eingesetzten Kräften braucht, und planen die Wache passend zu Lageplan und Auflagen. Für die Abstimmung hilft uns der Lageplan mit den markierten Gasständen schon in der Anfrage.

Begriffe wie Flucht- und Rettungswege und Brandlast erklärt das Glossar.

Zuständigkeiten

Welche Stellen in der Kreisstadt beteiligt sind

Mettmann ist nach der Landesverordnung eine Mittlere kreisangehörige Stadt. Damit ist die Stadt nach § 57 BauO NRW selbst untere Bauaufsichtsbehörde. Das spielt eine Rolle, wenn ein großes Fest möglicherweise eine Baugenehmigung braucht. Für solche Veranstaltungen nennt die Stadt eine Vorlaufzeit von bis zu sechs Monaten.

Die Brandschutzdienststelle gehört zur Feuerwehr Mettmann, als Abteilung „Brandschutzdienststelle und vorbeugender Brandschutz“ im Amt für Brandschutz und Rettungswesen. Nach der Gebührensatzung der Kreisstadt in der Fassung, die 2018 in Kraft trat, nimmt sie die Belange des Brandschutzes in Genehmigungsverfahren wahr. Dieselbe Satzung regelt, dass die Feuerwehr bei Veranstaltungen nach § 27 BHKG Brandsicherheitswachen stellt, soweit der Veranstalter dieser Verpflichtung nicht genügt oder genügen kann.

§ 27 BHKG betrifft Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre. Sie sind der Gemeinde rechtzeitig anzuzeigen, und die Gemeinde entscheidet über die Wache. Ob die Satzung heute noch so gilt und welche Anforderungen die Stadt an die Kräfte einer übertragenen Wache stellt, erfragen Sie am besten bei der Feuerwehr. Was eine Brandsicherheitswache leistet, beschreibt die Seite Aufgaben der Wache bei Veranstaltungen.

Brandsicherheitswache für Mettmann planen

Quellen: Kreisstadt Mettmann, Amt für Brandschutz und Rettungswesen; Amtsblatt der Kreisstadt Mettmann Nr. 22/2018 vom 10.10.2018, Satzung über die Erhebung von Kostenersatz, Entgelten und Gebühren bei Einsätzen der Feuerwehr; Verordnung zur Bestimmung der Großen und Mittleren kreisangehörigen Städte (Fassung ab 01.01.2025); BauO NRW, § 57; BHKG NRW, § 27.

Einsatzgebiet
Mettmann, Kreis Mettmann. Die Seite beschreibt ein Einsatzgebiet, keine Niederlassung.
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Fragen

Antworten für Vereine und Veranstalter in Mettmann

Bei welcher Stelle melde ich ein öffentliches Fest in Mettmann an?

Beim Veranstaltungsmanagement der Stabsstelle Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung. Sie ist zentrale Anlaufstelle und koordiniert die beteiligten Stellen. Als öffentlich gilt ein Fest nach dem Leitfaden der Stadt insbesondere wenn der Kreis der Gäste nicht abgrenzbar ist oder öffentlich dafür geworben wird.

Kommt in Mettmann die Feuerwehr selbst als Brand­sicherheits­wache?

Das kann sein. Besteht bei Ihrem Fest erhöhte Brandgefahr und wäre bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet, kann die Stadt eine Wache verlangen. Nach der Gebührensatzung von 2018 stellt die Feuerwehr die Wache, soweit der Veranstalter seiner Verpflichtung nicht nachkommt oder nachkommen kann. Ist der Veranstalter in der Lage, eine geeignete Wache zu stellen, überträgt ihm die Gemeinde nach § 27 Abs. 2 BHKG die Aufgabe. Die Kosten trägt nach den Hinweisen der Stadt der Veranstalter.

Was gilt für einen Stand mit Gasgrill auf dem Marktplatz?

Die Stadt verlangt, die Regeln der Berufsgenossenschaft zu Flüssiggasanlagen strikt einzuhalten. Jeder Stand mit Gas wird im Lageplan farbig markiert und in der Veranstaltungsbeschreibung aufgeführt. Ein Feuerlöscher gehört in den stand. Den Abstand zu Fassaden und Wegen planen Sie am besten schon im Lageplan mit ein.

Dürfen bei einem Fest in der Oberstadt Bänke und Pavillons im Weg stehen?

Nicht in Flucht- und Rettungswegen: Diese müssen mindestens 3,50 Meter breit bleiben, in Kurven 5 Meter, und frei von Aufbauten sein, ausdrücklich auch von Leichtbau-Pavillons und Sitzmöbeln. Auf Flächen für die Drehleiter kann die Feuerwehr leichtes Mobiliar nach Absprache ausnahmsweise zulassen.

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