Einsatzgebiet Marienheide

Brandwache in Marienheide: Campingplätze und Feste an den Talsperren

In Marienheide liegen zwei Talsperren, die für Wassersport freigegeben sind. Die Gemeinde führt fünf Campingplätze auf, vier davon schon dem Namen nach am Wasser. Wird auf einem Campingplatz ein Dach abgedichtet oder ein Steg geschweißt, stehen Wohnwagen, Zelte und Holzbauten oft nur wenige Meter entfernt. Für solche Arbeiten planen wir Brandposten. Für Feste mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, planen wir die Brandsicherheitswache, wenn die Gemeinde sie verlangt.

Brandposten mit Feuerlöscher beobachtet Schweißarbeiten an einer Stahlkonstruktion
Brucher und Lingese

Zwei Stauseen, an deren Ufern gezeltet wird

Die Brucher Talsperre und die Lingesetalsperre dienen laut Gemeinde heute vor allem der Erholung. Drei Angaben aus Gemeinde und Wupperverband:

Fünf Campingplätze
führt die Gemeinde in ihrer Übersicht für Gäste auf, dazu ein Hotel und mehrere Ferienwohnungen.
15. Mai bis 15. September
ist Badesaison, seit 2011 sind beide Seen Badegewässer nach EU-Richtlinie. Arbeiten mit Flamme in Ufernähe lassen sich oft außerhalb dieser Monate legen.
Ohne Motorboote
Wassersport ist auf beiden Seen ohne Motorboote und Surfer erlaubt, an der Brucher Talsperre werden Boote vermietet. Zu den Bauten am Ufer gehören Stege und Bootsanlegestellen.

Der Wupperverband betreibt die beiden Talsperren und hat Freizeitangebote wie Campingplätze und Bootsanlegestellen an einigen Stellen gebündelt. Auf Campingplätzen stehen Wohnwagen, Zelte, Holzhütten, Sanitärhäuser und Kioske häufig dicht beieinander, oft mit gasflaschen in der Nähe.

Für Arbeiten mit Funkenflug ist das eine andere Lage als in einer Werkhalle mit Betonboden. Funken können unter einen Wohnwagen rollen oder sich in eine Dachrinne voller nadeln legen. Was danach glimmt bemerkt außerhalb der Saison womöglich lange niemand, wenn nur wenige Menschen auf dem Platz sind.

Quellen: Wupperverband, Faltblatt zu den Talsperren Brucher und Lingese (Stand Dezember 2023); Gemeinde Marienheide, Seiten Übernachten, Freizeit und Wassersport (abgerufen 21.10.2026). Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.

Platzregeln

Was das Land für Campingplätze vorschreibt

Für Campingplätze mit mehr als drei Wohnwagen oder Zelten gilt in Nordrhein-Westfalen die Camping- und Wochenendplatzverordnung. Ihre Regeln zum Brandschutz gelten auch während einer Baustelle auf dem Platz:

  • BrandschutzstreifenMindestens fünf Meter breit, sie teilen den Platz in Abschnitte mit höchstens 20 Stand- oder Aufstellplätzen. Die Streifen sind ständig freizuhalten, auch dann, wenn Handwerker Material abladen.
  • FeuerlöscherVon jedem Stand- oder Aufstellplatz muss ein Löscher in höchstens 40 Metern erreichbar sein.
  • FahrwegeZufahrten und innere Wege müssen für Feuerwehrfahrzeuge befahrbar sein. Ein Container oder Gerüst gehört deshalb nicht in die fahrgasse.
  • PlatzordnungDer Betreiber muss darin unter anderem den Umgang mit Feuer regeln.

Diese Pflichten bleiben beim Betreiber. Ein Brandposten ersetzt weder den Platzwart noch einen fehlenden Löscher. Er sorgt dafür, dass bei einer Arbeit mit Flamme jemand nur auf die Umgebung achtet: auf das Zelt nebenan, auf die Hecke am Brandschutzstreifen und auf das, was nach Feierabend noch warm ist. Wie ein solcher Einsatz abläuft, steht unter Brandposten zwischen Wohnwagen und Holzbauten.

Arbeiten auf dem Platz schildern

Quelle: Verordnung über Camping- und Wochenendplätze NRW (Camping- und Wochenendplatzverordnung), §§ 1, 3, 5 und 8, Fassung gültig ab 01.01.2019.

Anlässe

Drei Situationen zwischen Ufer, Ortskern und Gewerbefläche

Nicht jede Arbeit am Wasser braucht dieselbe Leistung. In Marienheide kommen vor allem diese Fälle zusammen:

Arbeiten in der Nebensaison

Dächer von Sanitärhäusern abdichten, Geländer und Stege schweißen, Leitungen löten. Der Brandposten beobachtet die Arbeitsstelle und auch die Stellplätze daneben.

Feste am See und im Ort

Nach § 27 BHKG sind Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, der Gemeinde anzuzeigen. Sie entscheidet über eine Brandsicherheitswache.

Hallen im Gewerbe

Wird in einer Produktionshalle die Brandmeldeanlage gewartet oder umgebaut kann eine Brandwache die Zeit ohne automatische Überwachung in Rundgängen überbrücken.

Auch abseits der Talsperren werden Feste gefeiert. Für Anfang Dezember 2026 kündigt der Veranstaltungskalender der Gemeinde einen Weihnachtsmarkt am Heilteich an, an drei tagen bis in den Abend. Bei Buden mit Heizstrahlern, Kochstellen und Lichterketten auf engem Raum lohnt es sich, schon in der Planung zu fragen ob die Gemeinde eine Wache verlangen könnte.

Der dritte Fall betrifft das Gewerbe. Laut IT.NRW arbeiteten Ende 2024 43,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort im produzierenden Gewerbe, im Oberbergischen Kreis 37,9 Prozent. Die Gemeinde nennt vier Gewerbeflächen: Marienheide, Griemeringhausen, Rodt und Kalsbach/Kotthauserhöhe. Was in Hallen mit Meldeanlage zu beachten ist, steht unter Melder abgeschaltet, Halle in Betrieb.

Quellen: Gemeinde Marienheide, Veranstaltungskalender (abgerufen 21.10.2026) und Seite Gewerbegebiete; IT.NRW, Kommunalprofil Marienheide (Stand 15.01.2026); BHKG NRW, § 27. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.

Zuständigkeiten

Rathaus, Kreisbauamt und Kotthausen

Marienheide hat als Gemeinde keine eigene Bauaufsicht. Wer welche Frage beantwortet, verteilt sich so:

Bauaufsicht
Marienheide steht nicht in der Landesverordnung über die Großen und Mittleren kreisangehörigen Städte. Nach § 57 BauO NRW ist deshalb der Oberbergische Kreis untere Bauaufsichtsbehörde. Sein Kreisbauamt nennt als Aufgaben unter anderem die Prüfung des vorbeugenden Brandschutzes und die Abnahme fliegender Bauten.
Brandschutzdienststelle
Die Brandschutzdienststelle des Kreises gehört zum Amt für Rettungsdienst, Brand- und Bevölkerungsschutz, das seinen Sitz im Marienheider Ortsteil Kotthausen hat. Als ihre Aufgaben nennt das Amt Brandverhütungsschauen und die Beteiligung bei Bauanträgen.
Gemeinde
Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung im rathaus umfasst auch die Feuerwehr. Bei Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, entscheidet die Gemeinde nach § 27 BHKG über eine Brandsicherheitswache.

Für Betriebe mit Brandmeldeanlage gibt es ein eigenes Blatt der Vorgaben der Feuerwehren im Oberbergischen Kreis. Nach dem Blatt (Stand 2018/2019) gehen Feuerwehrpläne an die Feuerwehr der Gemeinde und als Datei an die Brandschutzdienststelle des Kreises, und die Anlage wird mit der Leitstelle im Notfallzentrum in Kotthausen verbunden. Formular und Frist für die Anzeige eines Festes erfragen Sie am besten früh im Rathaus.

Quellen: Verordnung zur Bestimmung der Großen kreisangehörigen Städte und der Mittleren kreisangehörigen Städte (Fassung ab 01.01.2025); BauO NRW 2018, § 57; Oberbergischer Kreis, Infoflyer Kreisbauamt und Infoflyer Amt für Rettungsdienst, Brand- und Bevölkerungsschutz (ohne Datum), Vorgaben der Feuerwehren im Oberbergischen Kreis, Blatt Marienheide; Gemeinde Marienheide, Verwaltung (abgerufen 21.10.2026); BHKG NRW, §§ 25 und 27.

Ablauf

Vom Lageplan des Platzes bis zur letzten Runde

Ob Sanitärhaus, Steg oder Kiosk am Ufer: Die Vorbereitung einer Heißarbeit auf einem Campingplatz hat vier Schritte.

  1. Arbeitsstelle im Plan

    Auf Plätzen mit mehr als 50 Standplätzen zeigt der Lageplan am Eingang Fahrwege, Brandschutzstreifen und Löscher. Darin markieren Sie, wo gearbeitet und wo Material abgestellt wird.

  2. Erlaubnisschein

    Der Betreiber oder Auftraggeber legt die Schutzmaßnahmen fest, auch wer den Brandposten stellt und wie lange danach kontrolliert wird.

  3. Umgebung räumen

    Brennbares im Umkreis entfernen oder abdecken, Gasflaschen aus der Nähe nehmen, Nachbarn auf dem Platz informieren.

  4. Posten und Kontrolle

    Beobachten während der Arbeit, danach Dachränder, Fugen und den Boden unter den Wohnwagen in der Nähe prüfen.

Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Campingplatzbetreiber lässt im Februar das Flachdach seines Sanitärhauses mit dem Brenner neu abdichten. Ein paar Meter entfernt stehen Wohnwagen, die über den Winter auf dem Platz bleiben. Der Betreiber legt im Erlaubnisschein einen Brandposten fest, die Dachdecker stellen Rollen und Gasflaschen außerhalb des Brandschutzstreifens ab.

Hilfreich für die Planung sind die Art der Arbeit, Tage und Uhrzeiten, ein Lageplan oder ein Foto der Umgebung und der Name der Person die vor Ort die Freigabe gibt. Bei brandschutzwache.de planen wir den Posten nach diesen Angaben und stimmen mit Ihnen ab, ob er auch die Kontrolle nach Arbeitsende übernimmt. Wie Heißarbeiten allgemein vorbereitet werden, zeigt die Seite Funkenflug auf Dach und Steg.

Begriffe wie Schweißerlaubnisschein und Nachkontrolle erklärt das Glossar.

Heißarbeit auf dem Campingplatz anfragen

Einsatzgebiet
Marienheide, Oberbergischer Kreis. Die Seite beschreibt ein Einsatzgebiet, keine Niederlassung.
Region
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Fragen

Fragen von Platzbetreibern und Vereinen in Marienheide

Darf auf einem Marienheider Campingplatz während der Saison geschweißt werden?

Die Verordnung verlangt, dass der Betreiber den Umgang mit Feuer in seiner Platzordnung regelt. Was dort steht, gilt zuerst, die Schutzmaßnahmen für die einzelne Arbeit stehen im Erlaubnisschein. In der Saison sind mehr Gäste in der Nähe deshalb sollten die Nachbarn der Arbeitsstelle vorher Bescheid wissen.

Wer genehmigt eine neue Hütte oder einen Anbau am Ufer?

Die Bauaufsicht für Marienheide liegt beim Kreisbauamt des Oberbergischen Kreises. Dort wird auch der vorbeugende Brandschutz geprüft. Ob ein Vorhaben überhaupt genehmigungspflichtig ist, klären Sie am besten vorab mit dem Kreis.

Braucht ein Sommerfest am See eine Brand­sicherheits­wache?

Das hängt vom Fest ab. Anzuzeigen sind nach § 27 BHKG Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre. Ob eine Wache nötig ist, entscheidet die Gemeinde. Kann der Veranstalter selbst eine geeignete Wache stellen, überträgt sie ihm diese Aufgabe.

Wohin gehen die Unterlagen, wenn ein Betrieb seine Brand­melde­anlage neu an die Leitstelle anschließt?

Nach den Vorgaben der Feuerwehren im Kreis (Stand 2018/2019) an die Feuerwehr der Gemeinde und als Datei an die Brandschutzdienststelle des Kreises, die auch die Objektnummer vergibt. Den Termin dafür sollten Wehrführer und Brandschutzdienststelle früh kennen.

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