Ball in der Bürgerhalle
Volle Säle, Dekoration an Decke und Wänden, Theke und Technik. Die Ausgänge müssen den ganzen Abend frei und erkennbar bleiben, auch wenn hinter der Bühne getränkekisten gestapelt werden.
In den Ortschaften der Gemeinde Vettweiß luden 2016 und 2017 Schützenbruderschaften, Ortsvereine und Dorfgemeinschaften zu einem Ball in der Bürgerhalle, zu Festzügen und zum Martinsfeuer ein. Besteht bei einem Fest erhöhte Brandgefahr und wäre bei einem Brand eine große Zahl von Personen gefährdet, entscheidet die Gemeinde über eine Brandsicherheitswache. Ob ein Festzelt abgenommen werden muss, klären Sie mit der Bauaufsicht des Kreises Düren, deren Außendienst auch Zelte abnimmt.
Wie dicht der Kalender in den Dörfern sein kann, zeigte das Amtsblatt der Gemeinde im Oktober 2017. Es kündigte elf Martinszüge an, verteilt auf die Tage vom 9. bis zum 17. November. Die Martinsfeuer brannten an ganz unterschiedlichen Stellen: auf dem Bolzplatz neben der ehemaligen Grundschule in Müddersheim, hinter dem alten Sportplatz in Kelz, an der Grillhütte in Vettweiß und an der Alten Schule in Soller.
Auch bei den Fackeln galt damals in jedem Dorf etwas anderes. In Müddersheim durften Fackeln mit Pech aus Gründen des Brandschutzes nur Angehörige der Schützenbruderschaft tragen, in Sievernich nur die Feuerwehr. In Jakobwüllesheim wiesen die Ortsvereine darauf hin, dass solche Fackeln beim Umzug verboten waren.
Im Frühjahr und Sommer luden die Schützen ein. Die Bruderschaft in Disternich bat 2016 zu Pfingsten zum Eröffnungsball in die Bürgerhalle und zu einem Festzug durch den Ort, die Bruderschaft in Lüxheim 2017 zu einem Sommerfest mit Königsschießen.
Für Dorffeste und jedes Schützenfest folgt daraus eine einfache Regel: Was im Nachbardorf üblich ist gilt nicht automatisch für das eigene Fest. Ort, Feuerstelle, Fackeln und Zelt werden jedes mal neu geklärt.
Quellen: Gemeinde Vettweiß, Amtsblatt Nr. 10 vom 13.10.2017 und Amtsblatt vom 13.05.2016 (Pflichtexemplare der ULB Bonn). Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Vettweiß ist weder Große noch Mittlere kreisangehörige Stadt. Bei einem Fest mit Zelt können deshalb zwei Verwaltungen beteiligt sein:
Das Landesgesetz verlangt in § 27 BHKG eine rechtzeitige Anzeige bei der Gemeinde, wenn bei einer Veranstaltung erhöhte Brandgefahr herrscht und ein Brand eine große Zahl von Personen gefährden würde. Über eine Brandsicherheitswache entscheidet dann die Gemeinde. Ist der Verein in der Lage, eine ausreichende Wache zu stellen, überträgt sie ihm diese Aufgabe. Sonst stellt sie die Wache selbst.
Welches Amt im Rathaus die Anzeige annimmt und welcher Vorlauf erwartet wird, sollten Sie früh dort erfragen, am besten bevor das Zelt bestellt ist. Ob für Ihr Zelt eine Abnahme nötig ist, klären Sie mit der Bauaufsicht des Kreises, bevor die Einladungen gedruckt sind.
Quellen: BHKG NRW, § 27; Kreis Düren, Bauordnungsamt, Wer macht was?, Brandschutz und Baubroschüre Bauen im Kreis Düren (Stand März 2016); Verordnung zur Bestimmung der Großen und Mittleren kreisangehörigen Städte; BauO NRW, § 57.
Überträgt die Gemeinde dem Verein die Brandsicherheitswache kann er dafür Personal beauftragen. Je nach Ort des Festes liegt der Schwerpunkt woanders:
Ball in der Bürgerhalle
Volle Säle, Dekoration an Decke und Wänden, Theke und Technik. Die Ausgänge müssen den ganzen Abend frei und erkennbar bleiben, auch wenn hinter der Bühne getränkekisten gestapelt werden.
Festzelt auf dem Platz
Zeltplanen, Stromkabel, Kühlwagen und Kochstellen auf engem Raum. Die Wache kennt die Ausgänge des Zeltes, die Löscher und den Weg, auf dem die Feuerwehr kommt.
Feuer und Fackeln
Beim Martinsfeuer zählen Abstand, Wind und die Glut nach dem Fest. Besteht erhöhte Brandgefahr und wären viele Menschen gefährdet, entscheidet die Gemeinde, ob eine Wache nötig ist und wer sie stellt.
Vor dem ersten Gast geht die Wache das Gelände mit dem verantwortlichen des Vereins ab. Während des Festes bleibt sie ansprechbar und greift ein, wenn Wege zugestellt werden oder Dekoration zu nah an einen Strahler gerät. Nach dem Ende macht sie eine letzte Runde durch Halle oder Zelt. Mehr dazu steht unter Aufgaben der Wache im Festzelt und unter Brandschutz bei Vereinsfesten.
Vettweiß ist eine Gemeinde der Landwirtschaft: Ende 2024 waren 74,4 Prozent der Fläche Landwirtschaftsfläche, und 7,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort waren in Land- und Forstwirtschaft tätig, im Kreis Düren nur 0,6 Prozent. Mit 28,1 Prozent lag der Anteil des produzierenden Gewerbes etwas über dem des Kreises. Nordöstlich von Vettweiß, Im Gastesfeld, sah eine Änderung des Flächennutzungsplans, die 2025 erneut öffentlich ausgelegt wurde, einen Änderungsbereich von rund 58.900 Quadratmetern für gewerbliche Bauflächen vor. Ein Gewerbebetrieb aus dem Ort sollte dort an einem zusätzlichen Standort wachsen, weitere Betriebe sollten sich ansiedeln können.
Wo Hallen gebaut, Maschinen repariert oder Stahlteile angepasst werden entstehen Funken. Für diese Arbeiten passt eher ein Brandposten als eine Brandwache, mehr dazu unter Brandposten beim Hallenbau.
Quellen: IT.NRW, Kommunalprofil Vettweiß (Stand 15.01.2026); Kreis Düren, Niederschrift der 26. Sitzung des Naturschutzbeirates am 27.08.2025. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Ort und Programm
Halle oder Zelt, erwartete Gäste, Feuerstelle, Fackeln, Grill und Kochstellen festhalten.
Anzeige und Zelt
Bei erhöhter Brandgefahr und einer großen Zahl gefährdeter Personen das Fest bei der Gemeinde anzeigen. Mit der Bauaufsicht des Kreises klären, ob das Zelt abgenommen wird.
Entscheidung abwarten
Erst wenn feststeht, ob eine Wache verlangt wird und wer sie stellt, werden Kräfte und Zeiten verbindlich geplant.
Festtag
Gemeinsamer Rundgang vor Beginn, Wache während des Festes, Schlussrunde nach dem Abbau der Theke.
Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Eine Schützenbruderschaft plant ihr Fest an einem Wochenende im Juni mit einem Zelt für rund 400 Gäste auf dem Dorfplatz, Musik am Samstagabend und einem Frühschoppen am Sonntag. Die Gemeinde verlangt eine Brandsicherheitswache und überträgt sie dem Verein. Der Vorstand beauftragt dafür Personal für den Samstagabend und den Frühschoppen und klärt mit dem Kreis, ob das Zelt abgenommen werden muss.
Für ein Angebot helfen uns das Datum mit Auf- und Abbau, ein einfacher plan des Platzes oder der Halle, die erwartete Zahl der Gäste und alles, was brennt oder heiß wird: Feuerstellen, Gasflaschen, Heizstrahler. Liegt die Antwort der Gemeinde schon vor schicken Sie die Auflagen gleich mit. Bei brandschutzwache.de richten wir Zahl und Einsatzzeiten der Kräfte nach diesen Vorgaben.
Die Begriffe Flucht- und Rettungswege und Brandlast sind im Glossar erklärt.
Das klären Sie mit der Bauaufsicht des Kreises Düren. Für Vettweiß ist das Sachgebiet Süd im Bauordnungsamt zuständig, zu seinem Außendienst gehört auch die Zeltabnahme. Fragen Sie früh, damit bei einer Abnahme noch raum für kleine Änderungen bleibt.
Verlangt die Gemeinde wegen erhöhter Brandgefahr und einer großen Zahl gefährdeter Personen eine Wache und kann der Verein eine geeignete Wache stellen, muss sie ihm die Aufgabe übertragen. Der Verein kann dafür eigenes oder beauftragtes Personal einsetzen. Welche Anforderungen gelten legt die Gemeinde fest.
Das war 2017 von Dorf zu Dorf verschieden geregelt, von erlaubt nur für Schützen oder Feuerwehr bis verboten. Klären Sie das für Ihren Zug mit der Gemeinde, bevor Fackeln bestellt werden.
Das hängt von der Zahl der Gäste, der Dekoration und dem Programm ab, etwa offenem Feuer oder Pyrotechnik. Ob erhöhte Brandgefahr besteht und eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, prüft zunächst der Verein als Veranstalter. Liegt beides vor, zeigt er das Fest der Gemeinde an, und sie entscheidet über die Wache. Fragen Sie dort nach, sobald das Programm steht.
Ob geplanter Termin oder kurzfristiger Anlass: Mit Ort, Zeitraum und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage einordnen und ein passendes Angebot vorbereiten.