Demontage
Rohrleitungen, Bühnen und Fördertechnik werden häufig mit Schneidbrenner oder Trennscheibe zerlegt. Zu jeder dieser Arbeiten gehören in der Regel ein Erlaubnisschein, ein Brandposten und danach eine Kontrolle der Arbeitsstelle.
In Frechen werden frühere Industrieflächen neu geordnet. Am Wachtberg endete 2022 die Brikettproduktion, und für das rund 50 Hektar große Gelände legte die Stadt im selben Jahr den Entwurf einer Rahmenplanung für Gewerbe und Industrie vor. Ob und wann dort abgebaut wird, ist offen. Grundsätzlich gilt: Wo Anlagen zerlegt werden, Hallen leer stehen oder alte Gebäude umgebaut werden, sind Brandposten und Brandwache gefragt.
Die Brikettfabrik Wachtberg ist nach der Beschreibung des Landschaftsverbands Rheinland über Jahrzehnte gewachsen. Die ersten Anlagen entstanden 1901 und 1902, Gebäude zum Pressen, Trocknen und Kühlen kamen bis in die 1950er jahre hinzu. Laut Amtsblatt der Stadt sollte die Produktion von Braunkohlebriketts dort bis Ende 2022 auslaufen, und nach Angaben des LVR von 2024 wird seitdem nur noch Industriebraunkohlenstaub hergestellt.
Grundlage der Planung ist eine Vereinbarung zwischen der RWE Power AG und der Stadt. Die Rahmenplanung von 2022 umfasst das gesamte Gelände von rund 50 Hektar, einschließlich Betriebskraftwerk und Forschungslabor Sibylla mit etwa 3 Hektar, und soll eine gewerbliche und industrielle Entwicklung vorbereiten. Mit dem Ende der Brikettproduktion wird laut Amtsblatt zunächst nur eine Teilfläche für den Betrieb entbehrlich. Wann das Betriebskraftwerk stillgelegt wird war 2022 noch nicht absehbar.
Wie ein solcher Wechsel ablaufen kann, zeigt die frühere Brikettfabrik Grube Carl, die bis 1996 produzierte. Laut LVR wurden danach einige Gebäude abgerissen und die Maschinen entfernt, die übrigen Bauten zu Wohnungen, Büros und Gewerbe umgebaut. Abriss, Demontage und Umbau folgten aufeinander, und für jeden dieser Schritte muss die Absicherung neu geplant werden.
Quellen: Amtsblatt der Stadt Frechen Nr. 19/2022 (Rahmenplanung Fabrik Wachtberg und Forschungslabor Sibylla), LVR KuLaDig zur Brikettfabrik Wachtberg, zum früheren Abbaugebiet und zur Brikettfabrik Grube Carl, RWE Power, Pressemitteilung vom 30.06.2021. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Wenn eine Industriefläche ihre Aufgabe wechselt, folgen meist drei Abschnitte aufeinander. Jeder bringt eigene Brandgefahren mit sich, und oft überlappen sie auf demselben Gelände.
Demontage
Rohrleitungen, Bühnen und Fördertechnik werden häufig mit Schneidbrenner oder Trennscheibe zerlegt. Zu jeder dieser Arbeiten gehören in der Regel ein Erlaubnisschein, ein Brandposten und danach eine Kontrolle der Arbeitsstelle.
Leerstand
Zwischen Stilllegung und neuer Nutzung stehen Hallen manchmal über Monate leer. Meldeanlagen sind dann teils abgeschaltet, und es fehlt der Blick der Beschäftigten, die Rauch oder Geruch früh bemerken würden.
Umbau
Bekommt ein altes Gebäude eine neue Aufgabe als Lager, Büro oder Gewerbefläche, wird im Bestand über Wochen geschweißt, gebohrt und getrennt, oft neben Bereichen, die schon genutzt werden.
Für alle drei Abschnitte gilt, dass die größte Gefahr dort liegt, wo niemand mehr regelmäßig hinsieht. In einer laufenden Fabrik fällt ein Glimmbrand meist schnell auf. In einer halb geräumten Halle am samstagabend sieht ihn niemand. Eine Brandwache, die feste Runden geht, kontrolliert solche Bereiche für die vereinbarte Zeit. Wie eine Heißarbeit vorbereitet, begleitet und abgeschlossen wird, steht unter Heißarbeiten vom Erlaubnisschein bis zur Kontrolle.
Ein Bürohaus aus den 1990er Jahren und eine Halle, in der jahrzehntelang Kohle verarbeitet wurde, verlangen beim Umbau unterschiedliche Vorsicht. Bei Arbeiten in alten Industriebauten achten wir besonders auf diese Punkte:
Die Runden einer Brandwache richten sich deshalb nicht nur nach der Uhr. Wir legen sie so, dass die Stellen, an denen tagsüber geschnitten wurde, und die Ecken mit Staub oder Resten in kurzen Abständen kontrolliert werden. Wie Brandwache und Bauablauf zusammenpassen, zeigt die Seite Brandschutz während der Umbauphase.
Bauanträge bearbeitet die Stadt Frechen selbst. Das folgt aus der Landesverordnung, die Frechen als Mittlere kreisangehörige Stadt führt, in Verbindung mit § 57 BauO NRW. Klären Sie mit der städtischen Bauaufsicht früh, welche Unterlagen ein Abbruch oder eine Nutzungsänderung braucht und welche Auflagen zum Brandschutz dazugehören. Verlangt die Behörde für die Bauzeit oder den Leerstand eine Brandwache richten wir die Runden nach diesen Vorgaben.
Frechen hat eine Freiwillige Feuerwehr, die auch hauptamtliche Kräfte beschäftigt. Ob die Brandschutzdienststelle für Frechen bei der Stadt oder beim Rhein-Erft-Kreis liegt, erfragen Sie bei der Bauaufsicht.
Auf Werksgeländen, die noch in Betrieb sind, gelten zusätzlich die Regeln des Betreibers. Ob und wie eine externe Brandwache dort eingebunden wird, legt der Betreiber fest.
Quellen: Verordnung über Große und Mittlere kreisangehörige Städte, Landesbauordnung, § 57, Förderverein des Löschzuges Frechen, Organisation der Feuerwehr Frechen.
Rückbau und Umbau ziehen sich oft über Monate, und das Gelände verändert sich dabei laufend. Deshalb planen wir die Absicherung in vier Schritten und passen sie unterwegs an:
Gelände begehen
Mit Bauleitung oder Eigentümer: Hallen, Zugänge, Staubstellen und die Bereiche, die noch in Betrieb sind.
Technik klären
Was läuft noch, was fällt im Laufe der Arbeiten weg: Strom, Licht, Meldeanlage, Löschwasser, Telefon.
Posten und Runden planen
Brandposten für die Tage mit Schneidarbeiten, Brandwache für Nächte, Wochenenden und Leerstand.
Anpassen
Mit jedem Bauabschnitt Laufwege und Runden neu festlegen, bis die neue Nutzung den Brandschutz übernimmt.
In Ihrer Anfrage sollte stehen, welche Teile Ihres Geländes in Frechen noch in Betrieb sind und wo abgebaut oder umgebaut wird. Hilfreich sind außerdem ein Lageplan, ein Zeitplan, aus dem hervorgeht, wann geschnitten oder geschweißt wird, Angaben zur noch vorhandenen Technik und ein Ansprechpartner für Abende und Wochenenden. Mit diesen angaben stellen wir bei brandschutzwache.de ein Angebot zusammen, in dem Brandposten am Tag und Brandwache in der Nacht zeitlich zusammenpassen.
Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Abbruchunternehmen baut in einer stillgelegten Produktionshalle in Frechen Stahlbühnen und Rohrleitungen zurück, die meisten Teile werden mit dem Schneidbrenner zerlegt. Die Meldeanlage der Halle ist außer Betrieb. Tagsüber begleitet ein Brandposten jede Schneidarbeit, danach folgt die Kontrolle der Arbeitsstelle. Nachts und am Wochenende geht eine Brandwache feste Runden, mit besonderem Blick auf Kanäle und Bühnen, an denen noch Staub liegt.
Nicht automatisch. Es kommt darauf an ob noch Brennbares im Gebäude ist, ob Technik abgeschaltet wurde und was Bauaufsicht und Versicherer verlangen. Wird in einer Halle ohne funktionierende Meldeanlage tagsüber abgebaut ist eine Brandwache für die Nächte oft sinnvoll.
Für die Arbeit selbst ja, danach nicht. Glut in Staub oder alter Isolierung kann noch lange nach dem letzten Schnitt aufflammen. Deshalb wird die Arbeitsstelle anschließend weiter kontrolliert. Wie lange, legt der Erlaubnisschein fest. Die Begriffe Nachkontrolle und Brandlast erklärt das Glossar.
Die Stadt Frechen selbst. Ob ein Abbruch genehmigt oder angezeigt werden muss, klären Sie dort. Auflagen zum Brandschutz, die sich daraus ergeben, berücksichtigen wir bei der Planung der Wache.
Sie meldet, wenn sich Staub an Stellen sammelt, an denen geschnitten wird, oder wenn ein Bereich nicht wie besprochen gereinigt ist. Das Reinigen selbst und die Entscheidung, ob Arbeiten weitergehen, liegen bei Bauleitung und ausführender Firma.
Ob geplanter Termin oder kurzfristiger Anlass: Mit Ort, Zeitraum und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage einordnen und ein passendes Angebot vorbereiten.