Brandwache in Kleve: Meldeanlage abgeschaltet, Betrieb läuft weiter
Kleve ist Arbeitsort für viele Menschen aus der Umgebung. In Büros, Verwaltungen, Lehrgebäuden und Geschäften läuft der Betrieb auch dann weiter, wenn Teile der Brandmeldeanlage wegen Wartung, Umbau oder einer Störung abgeschaltet sind. Eine Brandwache kontrolliert die betroffenen Bereiche in Rundgängen, bis die Melder wieder arbeiten.
Viele Menschen in Häusern, die sie nur teilweise kennen
Die Zahlen von IT.NRW zeigen Kleve als Stadt der Büros, Behörden und Schulen. Auf das produzierende Gewerbe entfielen Ende 2024 nur 17,9 Prozent der Arbeitsplätze, der Anteil der sonstigen Dienstleistungen lag dagegen deutlich über dem des Kreises. Zugleich arbeiten in Kleve mehr Menschen als hier wohnen und beschäftigt sind: Am Arbeitsort zählte IT.NRW Mitte 2024 23.120 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, am Wohnort 18.477.
- 61,2 Prozent
- aller Arbeitsplätze mit Sozialversicherungspflicht entfielen Ende 2024 auf sonstige Dienstleistungen. Im ganzen Kreis lag der Wert bei 47,8, im Regierungsbezirk bei 54,6 Prozent.
- 13.718 Einpendler
- kamen am 30.06.2024 von außerhalb zur Arbeit nach Kleve. Der Pendlersaldo der Stadt lag bei plus 4.636.
- 11,5 Prozent
- der Stadtfläche waren Ende 2024 Wohnbau-, Industrie- und Gewerbeflächen. Im Kreis lag der Anteil bei 7,3 Prozent.
Für die Planung zählt daran vor allem eines. In vielen Klever Gebäuden halten sich tagsüber Menschen auf, die Treppenhäuser, Notausgänge und Sammelstellen nur vom eigenen Flur aus kennen: Kunden am Schalter, Besucher in der Verwaltung, Studierende in einem fremden seminarraum. Sie verlassen sich darauf, dass ein Brand früh gemeldet und das Haus rechtzeitig geräumt wird. Ruht ein Teil der Meldeanlage, fehlt diese frühe Meldung genau in den Räumen, in denen gerade gearbeitet wird, während nebenan der Alltag weitergeht.
Quelle: IT.NRW, Kommunalprofil Kleve, Stadt (Landesdatenbank, Stand 15.01.2026).
Wer in Kleve einer Teilabschaltung zustimmt
Eine Brandmeldeanlage wird selten ganz außer Betrieb genommen. Häufiger ruhen einzelne Meldergruppen weil Handwerker in abgehängten decken arbeiten, beim Schleifen Staub entsteht, Melder getauscht werden oder eine Störung gesucht wird. Das Merkblatt des Kreises Kleve zu Brandmeldeanlagen nach DIN 14675 aus dem Jahr 2015 sah dafür schon in der Planung einen eigenen Punkt vor: Im Konzept war anzugeben, welche Vorkehrungen für eine temporäre Abschaltung oder Störung von Bereichen vorgesehen sind. Ob das Merkblatt in dieser Form noch gilt, erfragen Sie beim Kreis Kleve.
Größere Einrichtungen regeln die Zustimmung zusätzlich im eigenen Haus. Die Hochschule Rhein-Waal hat in ihrer Brandschutzordnung Teil C für den Campus Kleve (Stand April 2022) festgelegt, dass Facility Management und Brandschutzbeauftragte einer Abschaltung der Brandmeldeanlage oder der Hausalarmierung zustimmen müssen. Erst wenn klar ist, wer freigibt lässt sich eine Brandwache sinnvoll planen.
- BereicheWelche Meldergruppen, Geschosse oder Räume ohne Melder sind und wie man sie erreicht.
- ZeitraumTage und Uhrzeiten der Abschaltung auch wenn die Melder abends wieder aktiv sind.
- FreigabeWer im Haus zustimmt und wer Feuerwehr oder Notrufstelle informiert, falls das vorgesehen ist.
- NutzungWer sich in den Bereichen aufhält: Beschäftigte, Kundschaft, Lehrbetrieb oder nur Handwerker.
- ZugängeSchlüssel, Transponder und ansprechpartner für die Rundgänge.
Mit diesen Angaben planen wir Personal passend zur Aufgabe und stimmen die Rundgänge mit Ihnen ab. Was in solchen Fällen grundsätzlich zu bedenken ist, beschreibt die Seite Melder außer Betrieb: Aufgaben und Ablauf.
Teilabschaltung in Kleve schildern
Quellen: Kreis Kleve, Merkblatt Brandmeldeanlagen nach DIN 14675, Kurzbeschreibung zur Planung und Aufschaltung von Brandmeldeanlagen im Kreis Kleve, Stand 12.06.2015, Abschnitte 2.2 und 17 (Kopie auf din-14675.de, beim Kreis nicht abrufbar); Hochschule Rhein-Waal, Brandschutzordnung Teil C, Campus Kleve, Stand 27.04.2022. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Vom Abschaltplan bis die Melder wieder scharf sind
Betreiber, Fachfirma und Brandwache arbeiten dabei in dieser Reihenfolge:
Abschaltplan
Fachfirma und Betreiber legen fest, welche Meldergruppen wann ruhen. Die Freigabe im Haus liegt vor, bevor die Arbeit beginnt.
Rundgänge festlegen
Gemeinsam bestimmen wir Wege, Abstände zwischen den Kontrollen und Prüfpunkte, dazu den Meldeweg im Brandfall.
Übergabe
Zu Beginn jedes Einsatzes erklärt die verantwortliche Person, welche Bereiche gerade abgeschaltet sind und was sich seit dem Vortag geändert hat.
Wieder in Betrieb
Die Kontrolle endet wie vereinbart, in der Regel wenn die Fachfirma die Melder wieder zugeschaltet hat. Dokumentation nach Absprache.
Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: In einem Bürohaus in Kleve werden über zwei Wochen die abgehängten Decken in zwei Geschossen erneuert. Weil dabei viel Staub entsteht, schaltet die Fachfirma die Meldergruppen dieser Etagen tagsüber ab und abends wieder zu. Die übrigen Geschosse bleiben in Betrieb, Mitarbeitende und Besucher gehen weiter ein und aus. Eine Brandwache geht während der Arbeitszeit regelmäßig durch beide Etagen, achtet auf Rauch, Geruch und abgestellte Materialien vor Notausgängen und meldet Auffälligkeiten an die vereinbarte Stelle.
Ob eine Brandwache als Ersatzmaßnahme ausreicht oder weitere Vorkehrungen nötig sind, hängt vom Gebäude und seinem Brandschutzkonzept ab. Das klären Betreiber und Fachplaner, im Zweifel zusammen mit der Bauaufsicht. Eine Brandwache ersetzt die Anlage nicht. Sie kann aber die Zeit überbrücken, in der Räume ohne Melder genutzt werden. Wie wir Rundgänge, Übergabe und Dokumentation bei brandschutzwache.de angehen, steht unter Aufgaben einer Brandwache im Gebäude.
Begriffe wie Brandmeldeanlage und Flucht- und Rettungswege erklärt das Glossar.
Stadt Kleve oder Kreis: wer wofür zuständig ist
Die Landesverordnung führt Kleve unter den Mittleren kreisangehörigen Städten. Für Betreiber zählt das vor allem, sobald gebaut oder umgenutzt wird.
| Thema | Wer in Kleve zuständig ist |
|---|---|
| Genehmigung von Bauvorhaben | Untere Bauaufsichtsbehörde ist die Stadt selbst (§ 57 BauO NRW). Der Kreis Kleve war das laut Prüfbericht 2022/2023 der Gemeindeprüfungsanstalt NRW nur für elf Gemeinden ohne eigene Bauaufsicht. |
| Brandverhütungsschau | Nach § 26 BHKG eine Pflicht der Gemeinde. Die Stadt hat dazu 2018 eine Gebührensatzung erlassen. Ihre Objektliste nennt unter anderem Pflege-, Unterrichts-, Verkaufs- und Verwaltungsobjekte. |
| Brandschutzdienststelle | Nach § 25 BHKG die Stadt, wenn ihre Feuerwehr über ausreichend hauptamtliche Kräfte verfügt, sonst der Kreis. Wer sich zu Ihrem Vorhaben äußert, sagt Ihnen die städtische Bauaufsicht. |
| Veranstaltung | Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, sind der Stadt rechtzeitig anzuzeigen. Ob eine Brandsicherheitswache nötig ist, legt sie nach § 27 BHKG fest. |
Die Brandverhütungsschau findet nach der Satzung von 2018 je nach Gefährdungsgrad in Abständen von längstens sechs Jahren statt, soweit Sondervorschriften nichts anderes regeln. Für Betreiber heißt das: Gerade die Gebäude, in denen in Kleve viele Menschen arbeiten, lernen und einkaufen, werden regelmäßig geprüft. Ein Protokoll der rundgänge kann später zeigen, wie die Zeit ohne Melder abgesichert war.
Wird während der Abschaltung zusätzlich geschliffen, getrennt oder geschweißt braucht die Arbeitsstelle in der Regel außerdem einen Brandposten, festgelegt im Erlaubnisschein. Und wer Abschaltungen dauerhaft regeln will, mit Zuständigkeiten, Formularen und Unterweisung, kann das mit einem externen Brandschutzbeauftragten aufsetzen. Mehr dazu unter Abschaltregeln mit externer Betreuung festlegen.
Quellen: Verordnung zur Bestimmung der Großen kreisangehörigen Städte und der Mittleren kreisangehörigen Städte, Fassung gültig ab 01.01.2025, § 2; BauO NRW 2018, § 57 Abs. 1; GPA NRW, Überörtliche Prüfung Kreis Kleve 2022/2023, Gesamtbericht; Stadt Kleve, Satzung über die Erhebung von Gebühren für die Durchführung von Brandverhütungsschauen vom 02.07.2018, §§ 1, 2 und 5 sowie Anlage 2; BHKG NRW, §§ 25 bis 27.
- Einsatzgebiet
- Kleve, Kreis Kleve. Die Seite beschreibt ein Einsatzgebiet, keine Niederlassung.
- In der Nähe
- Kranenburg, Bedburg-Hau, Goch, Emmerich am Rhein, Kalkar
Was Betreiber in Kleve zu Abschaltungen wissen wollen
Reicht eine Brandwache, wenn in einem Klever Bürohaus ein Geschoss ohne Melder ist?
Das entscheidet nicht die Brandwache, sondern der Betreiber anhand seines Brandschutzkonzepts, bei Bedarf mit Fachplaner und Bauaufsicht. Die Brandwache kontrolliert die Bereiche in Rundgängen und meldet einen Brand über den vereinbarten weg.
Ist für einen Umbau in Kleve die Stadt oder der Kreis zuständig?
Die Stadt Kleve. Als Mittlere kreisangehörige Stadt ist sie selbst untere Bauaufsichtsbehörde. Der Kreis Kleve übernimmt diese Aufgabe nur für die Gemeinden ohne eigene Behörde.
Wie oft prüft die Stadt Kleve Gebäude bei der Brandverhütungsschau?
Nach der Satzung von 2018 je nach Gefährdungsgrad spätestens alle sechs Jahre, soweit keine Sondervorschrift einen anderen Abstand vorgibt. Gibt es keine Vorschrift, legt die Stadt die Abstände nach pflichtgemäßem Ermessen fest.
Was gilt, wenn in einem Klever Gebäude während der Abschaltung geschweißt wird?
Dann kann die Arbeitsstelle zusätzlich einen Brandposten brauchen; das legt der Betrieb im Erlaubnisschein fest. Funken können in Bereiche fallen, in denen gerade kein Melder anspricht. Brandposten und Brandwache lassen sich gemeinsam planen.
Schildern Sie uns Ihren Bedarf.
Ob geplanter Termin oder kurzfristiger Anlass: Mit Ort, Zeitraum und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage einordnen und ein passendes Angebot vorbereiten.