Einsatzgebiet Solingen

Brandwache in Solingen: Instandhaltung und Betriebsruhe in Industriebetrieben

In Solingen arbeitet fast jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im produzierenden Gewerbe. Wenn in solchen Betrieben die Maschinen stillstehen, beginnt oft die Zeit für Reparaturen, Umbauten und Heißarbeiten. Diese Wochen lassen sich mit Brandposten an den Arbeitsstellen und einer Brandwache für die leeren Hallen absichern.

Mitarbeiterin kontrolliert bei einem Rundgang einen Gebäudebereich
Wirtschaft

Eine Stadt, die vom Metall lebt

Die amtliche Statistik und die Bergische Industrie- und Handelskammer zeigen, wo in der Klingenstadt der schwerpunkt liegt:

32,1 Prozent
der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort sind laut IT.NRW Ende 2024 im produzierenden Gewerbe tätig.
139 Betriebe
zählt IT.NRW 2024 im verarbeitenden Gewerbe, gerechnet werden Betriebe von Unternehmen mit in der Regel 20 und mehr Beschäftigten.
49 Prozent
der Solinger Industriebeschäftigten stellen nach Angaben der Bergischen IHK Metallprodukte her, dazu zählen Schneidwaren und Bestecke. Es folgen Fahrzeugbau und Nahrungsmittel.

Für die Planung heißt das: In vielen Solinger Industriebetrieben wird Metall bearbeitet. Arbeiten Fremdfirmen dort in Produktionspausen an Anlagen, Leitungen oder Hallendächern ist für die Heißarbeiten selbst ein Brandposten an der Schweißstelle gedacht, für leere Hallen nach feierabend eine Brandwache mit Rundgängen. Wie sich Betriebsruhe, Instandhaltung und Arbeiten von Fremdfirmen allgemein absichern lassen, beschreibt die Seite Brandschutz rund um die Werkhalle.

Quellen: IT.NRW, Kommunalprofil Solingen (Stand 15.01.2026); Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid, Seite „Industriebetriebe“ (abgerufen am 21.10.2026).

Brandschutz der Stadt

Was die Stadt Solingen selbst regelt

Solingen ist kreisfreie Stadt und unterhält, wie alle zehn kreisfreien Städte im Regierungsbezirk Düsseldorf, eine Berufsfeuerwehr. Für Betriebe und Veranstalter sind drei Punkte aus den städtischen Unterlagen wichtig.

Vorbeugender Brandschutz
Im Organisationsverzeichnis der Stadt ist innerhalb der Feuerwehr eine Einheit 37-3 Vorbeugender Brandschutz aufgeführt. Welche Stelle im Bauverfahren Stellungnahmen zum Brandschutz abgibt, erfragen Sie dort oder bei der Bauaufsicht.
Brandschutzbedarfsplan
Nach dem Amtsblatt vom 24. September 2020 stand der Brandschutzbedarfsplan der Stadt am 1. Oktober 2020 auf der Tagesordnung des Rates. Unter dem folgenden Punkt ging es um den Kostenersatz bei Einsätzen der Feuerwehr.
Entgeltordnung
In derselben Sitzung stand die Neufassung einer Entgeltordnung für freiwillige Leistungen und die Gestellung von Brandsicherheitswachen auf der Tagesordnung. Die geltende fassung erfragen Sie bei der Stadt.

Für Veranstalter bedeutet das: Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, sind nach § 27 BHKG der Gemeinde anzuzeigen. Die Stadt entscheidet dann, ob eine Brandsicherheitswache nötig ist, und überträgt die Aufgabe dem Veranstalter, wenn er eine geeignete Wache stellen kann. Nach dem Titel der Solinger Entgeltordnung kann die Stadt Brandsicherheitswachen auch selbst gegen Entgelt stellen. Ob das für Ihre Veranstaltung gilt, klären Sie früh mit der Stadt, bevor Sie Personal einplanen. Was eine private Brandsicherheitswache neben der Feuerwehr leisten kann steht auf der Leistungsseite.

Quellen: DIE STADT, Amtsblatt der Klingenstadt Solingen, Nr. 39 vom 24.09.2020, Tagesordnungen des Rates (01.10.2020, TOP 18 bis 20) und des Haupt- und Personalausschusses (29.09.2020, TOP 6 und 9); Stadt Solingen, Organisationsverzeichnis, Einheit 37-3; Bezirksregierung Düsseldorf, Seite „Brandschutz“; BHKG NRW, § 27.

Bedarf in Solingen klären lassen

Stadtverwaltung

Welche Stellen bei Umbau und Anlagen beteiligt sein können

Als kreisfreie Stadt ist Solingen selbst untere Bauaufsichtsbehörde. Für Betriebe, die umbauen oder Anlagen ändern, sind vor allem diese Stellen wichtig:

Bauaufsicht
Die Bauaufsicht gehört zum Ressort Planung, Bauen, Verkehr und Umwelt und ist in einen Bezirk Nord und einen Bezirk Süd geteilt. Sie führt unter anderem das Verfahren für große Sonderbauten nach § 65 BauO NRW und nimmt die Anzeige des Baubeginns entgegen.
Betrieblicher Umweltschutz
Für die Genehmigung neuer Anlagen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz nennt die Stadt die Abteilung Betrieblicher Umweltschutz. Welche Anlagen darunter fallen ergibt sich aus der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen.
Feuerwehr
Die Feuerwehr gehört zum Ressort Bürgerservice, Recht, Ordnung und Soziales. Welche Brandschutzauflagen für Ihr Gebäude gelten, ergibt sich aus Genehmigung und Brandschutzkonzept.

Für die Brandwache selbst ändern diese Verfahren wenig. Sie bestimmen aber den zeitpunkt: Ein Umbau beginnt erst wenn die Genehmigung vorliegt, und dann lassen sich auch die Tage mit Heißarbeiten planen.

Quellen: Stadt Solingen, Serviceportal, Einrichtungen „63 Bauaufsicht“ und „37 Feuerwehr“ sowie Dienstleistung „Immissionsschutz: Neuanlage genehmigen“ (abgerufen am 21.10.2026); Landesbauordnung NRW, § 57 Abs. 1.

Ablauf

Vier Schritte bis zur ersten Schicht

So bereiten wir bei brandschutzwache.de einen Einsatz in einem Solinger Betrieb vor:

  1. Stand der Genehmigung

    Liegt die Baugenehmigung oder die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vor, und ist der Baubeginn angezeigt?

  2. Zeiten und Arbeitsstellen

    Wann die Produktion ruht, wo Fremdfirmen schweißen oder trennen und wann niemand im Werk ist.

  3. Einweisung im Werk

    Rundgang mit Ihrem Ansprechpartner, Löschmittel, Meldewege, Schlüssel und gesperrte Bereiche.

  4. Übergabe

    Am Ende jeder Schicht und nach dem letzten Tag, mit Dokumentation in der vereinbarten Form.

Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Hersteller von Schneidwaren erweitert eine Halle. Die Genehmigung liegt vor, der Baubeginn ist angezeigt. In der Woche, in der neue Stahlträger an die bestehende Halle geschweißt werden, begleitet ein Brandposten die Arbeiten. Nach Feierabend kontrolliert eine Brandwache die angrenzende Fertigung.

Begriffe wie Brandlast und Brandabschnitt erklärt das Glossar.

Betriebsruhe in Solingen schildern

Einsatzgebiet
Solingen, kreisfreie Stadt. Die Seite beschreibt ein Einsatzgebiet, keine Niederlassung.
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Fragen

Rückfragen aus Solinger Betrieben und Vereinen

Wie früh muss eine Veranstaltung in Solingen angemeldet werden?

Für öffentliche Veranstaltungen verlangt die Stadt einen Veranstalterfragebogen, mindestens sechs Wochen vor Beginn, mit Lageplan und bei Bühnen einer Standsicherheitsbescheinigung. Eine Baugenehmigung oder eine Feuerwerkserlaubnis sind gesondert einzuholen. Bei Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, entscheidet die Stadt nach § 27 BHKG über eine Brandsicherheitswache.

Wer muss beim Martinsfeuer in Solingen dabeibleiben?

Brauchtumsfeuer sind nach den Angaben der Stadt mindestens 14 Tage vorher bei der Ordnungsbehörde anzuzeigen, mit einer volljährigen Aufsichtsperson. Diese Person muss vor Ort bleiben, bis Feuer und Glut vollständig erloschen sind. Die Brenndauer ist auf zwei stunden begrenzt.

Brauchen wir für eine neue Anlage in Solingen eine Genehmigung der Stadt?

Wenn die Anlage im Anhang der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen steht, ja. Zuständig ist in Solingen die Abteilung Betrieblicher Umweltschutz. Erst mit dem Bescheid steht fest wann gebaut wird und wann die Heißarbeiten anfallen.

Kann die Brandwache in der Betriebsruhe auch die Brand­melde­anlage ersetzen?

Nein. Eine Brandwache ersetzt keine Anlage. Wird die Anlage wegen staubiger Arbeiten teilweise abgeschaltet, kann eine Brandwache die betroffenen Bereiche in dieser Zeit in Rundgängen kontrollieren. Ob und wie lange abgeschaltet werden darf, klären Sie mit Ihrem Errichter und den zuständigen Stellen.

Quellen zu den Fragen: Stadt Solingen, Serviceportal, Dienstleistungen „Veranstalterfragebogen für (öffentliche) Veranstaltungen“, „Brauchtumsfeuer“ und „Immissionsschutz: Neuanlage genehmigen“ (abgerufen am 21.10.2026); BHKG NRW, § 27.

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