Einsatzgebiet Kall

Brandwache in Kall: Heißarbeiten und Hallenbau im Gewerbe

In Kall arbeiten 27 Prozent der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe, und nordöstlich des Ortes planen Kall und Schleiden gemeinsam ein weiteres Gewerbegebiet. Wo Hallen gebaut, erweitert oder repariert werden, wird geschweißt, getrennt und auf Dächern mit offener Flamme gearbeitet. Dafür planen wir Brandposten und die Kontrolle danach.

Brandposten mit Feuerlöscher beobachtet Schweißarbeiten an einer Stahlkonstruktion
Gewerbe

Mehr Gewerbe, als die Größe vermuten lässt

Wald und Landwirtschaft machen in Kall laut IT.NRW zusammen 82,3 Prozent der Fläche aus. Bei den Arbeitsplätzen sieht das bild anders aus. Die sonstigen Dienstleistungen haben in Kall deutlich weniger Gewicht als im Kreis, das produzierende Gewerbe etwas mehr. Auch der Anteil der Wohnbau-, Industrie- und Gewerbeflächen liegt über dem Durchschnitt des Kreises.

27,0 Prozent
der Beschäftigten am Arbeitsort sind im produzierenden Gewerbe tätig, im Kreis Euskirchen 25,3 und im Regierungsbezirk 19,4 Prozent.
38,8 Prozent
arbeiten in sonstigen Dienstleistungen. Im Kreis sind es 47,8 Prozent.
Drei Betriebe
zählt IT.NRW im verarbeitenden Gewerbe, gemeint sind Betriebe von Unternehmen mit in der Regel 20 und mehr Beschäftigten. Zusammen haben sie 438 Beschäftigte. Wohnbau-, Industrie- und Gewerbeflächen: 6,5 Prozent der Fläche, im Kreis 4,7.

Für Heißarbeiten heißt das zweierlei. In den eher größeren Produktionsbetrieben laufen Reparaturen und Umbauten oft neben der Produktion, mit Funkenflug in der Nähe von Maschinen, Lager und Verpackung. In Handwerksbetrieben, Werkstätten und Märkten geht es dagegen eher um einzelne Arbeitsstellen: einen Träger anschweißen, eine Leitung trennen, ein Flachdach abdichten. Für beides kann ein Brandposten nötig sein, mit unterschiedlicher vorbereitung. Typische Anlässe beschreibt die Seite Heißarbeiten in Werkhalle und auf dem Dach.

Quelle: IT.NRW, Kommunalprofil Kall (Stand 15.01.2026).

Gewerbegebiete

Ein neues Gebiet, das Kall und Schleiden gemeinsam planen

Im Dezember 2024 haben die Gemeinde Kall und die Stadt Schleiden eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung über ein interkommunales Gewerbegebiet geschlossen. Der Landrat des Kreises Euskirchen hat sie im Januar 2025 genehmigt. Nach der Vereinbarung stellt der Regionalplan rund 36,5 Hektar als Bereich für Gewerbe und Industrie dar. Etwa 25,5 Hektar wollen beide kommunen gemeinsam entwickeln, die übrigen Flächen jeweils zur Hälfte für den eigenen Bedarf.

Die Fläche liegt in der Gemeinde Kall. Kall ist Trägerin der Planungshoheit und kümmert sich um die Erschließung, eine gemeinsame Koordinierungsstelle sitzt bei der Gemeinde. Das Gewerbeflächenportal führt ein Exposé „Gewerbegebiet Kall / Schleiden“ mit 309.000 Quadratmetern im Nordosten von Kall, westlich angrenzend an das Gewerbegebiet Kall II. Die Abgrenzung kann von der Vereinbarung abweichen. Laut Exposé ist die Fläche mittelfristig verfügbar, also in zwei bis fünf Jahren.

Rohbau einer Gewerbehalle mit Stahlträgern und Hubarbeitsbühne

Beim Hallenbau fallen typischerweise feuergefährliche Arbeiten an: Stahlbauer schweißen Anschlüsse, Installateure löten Leitungen, Dachdecker verschweißen Bahnen mit dem Brenner. Kritisch wird es vor allem dann wenn Teile einer Halle schon genutzt oder eingeräumt werden, während an anderen Stellen noch gearbeitet wird. Dann kann neben dem Brandposten eine Brandwache für die genutzten Bereiche sinnvoll sein. Mehr dazu unter Hallen im Bau und im Umbau begleiten.

Quellen: Kreis Euskirchen, Öffentlich-rechtliche Vereinbarung über das interkommunale Gewerbegebiet mit Genehmigung; Gewerbeflächenportal NRW, Exposé Gewerbegebiet Kall / Schleiden. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.

Ablauf

Vom Bauantrag beim Kreis bis zur letzten Kontrolle

Ob neue Halle, Anbau oder Umbau im Bestand: In Kall laufen die Genehmigung und viele Brandschutzfragen über den Kreis, die Heißarbeiten organisiert der Betrieb. So greifen die Schritte ineinander:

  1. Bauantrag

    Für Neubau, Änderung oder Nutzungsänderung reichen Sie den Antrag dreifach beim Kreis Euskirchen ein.

  2. Brandschutz abstimmen

    Zufahrten, Schlüsseldepot und die Frage nach einer Brandmeldeanlage sind Aufgaben der Brandschutzdienststelle des Kreises.

  3. Arbeiten erfassen

    Welche Gewerke schweißen, trennen, löten oder mit offener Flamme arbeiten, an welchen Tagen und an welchen Stellen.

  4. Erlaubnisschein

    Der Betrieb legt fest wer den Posten stellt und wie lange danach kontrolliert wird.

  5. Posten und Nachkontrolle

    Beobachten während der Arbeit, danach Fugen, Dachrand und tiefere Ebenen prüfen.

Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Handwerksbetrieb in einem Kaller Gewerbegebiet setzt einen Anbau an seine Werkhalle. Zuerst schweißt ein Stahlbauer die neuen Träger an die bestehende Konstruktion, eine Woche später dichtet ein Dachdecker das Flachdach mit dem Brenner ab. In der Halle wird währenddessen weitergearbeitet. Im Erlaubnisschein legt der Betrieb für beide Arbeiten einen Brandposten und die Dauer der Nachkontrolle fest.

Der Posten achtet beim Schweißen vor allem darauf wohin Funken in die laufende Halle fallen. Nach dem Abdichten mit dem Brenner geht er Dachrand, Anschlüsse und Durchdringungen ab, weil sich Glut dort in Dämmung festsetzen kann. Bei brandschutzwache.de planen wir beide termine einzeln und übernehmen auf Wunsch auch die Kontrolle nach Arbeitsende. Wie ein Einsatz im Detail aussieht, steht unter Brandposten bei Dacharbeiten planen.

Im Glossar stehen Erklärungen zu Begriffen wie Schweißerlaubnisschein und Brandlast.

Heißarbeiten in Kall absichern

Zuständigkeiten

Bauaufsicht, Brand­schutz­dienst­stelle, Gemeinde

Kall hat nicht den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt und damit keine eigene Bauaufsicht. Bauanträge bearbeitet der Kreis Euskirchen, der im Kreisgebiet nur Euskirchen und Mechernich als eigene Bauaufsichtsbehörden nennt. Für Hallen im neuen Gebiet ändert die Beteiligung von Schleiden daran nichts.

Brandschutzdienststelle ist nach § 25 BHKG die Gemeinde nur dann, wenn ihre Feuerwehr genug hauptamtliche Kräfte hat, im Übrigen der Kreis. Ob die Brandschutzdienststelle des Kreises zuständig ist, bestätigt der Kreis. Er nennt als Aufgaben seiner Dienststelle unter anderem Feuerwehrzufahrten, Schlüsseldepots, Brandmeldeanlagen mit Aufschaltung und die Beratung von Bauherren, Architekten und Planern. Für eine Veranstaltung mit erhöhter Brandgefahr, bei der bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, ist dagegen die Gemeinde die erste Adresse: Sie entscheidet nach § 27 BHKG, ob eine Brandsicherheitswache nötig ist. Formular und Frist erfragen Sie bei der Gemeindeverwaltung.

  • Art der ArbeitSchweißen, Trennen, Löten oder Arbeiten mit dem Brenner, mit Werkstoff und Werkzeug.
  • ArbeitsstelleHalle, Dach, Anbau oder Maschine, dazu was in der nähe lagert.
  • ZeitraumTage und Uhrzeiten, auch wenn die Gewerke nacheinander kommen.
  • MeldeanlageOb Melder im Arbeitsbereich abgeschaltet werden und wie lange.
  • AnsprechpartnerWer den Erlaubnisschein ausstellt und vor Ort die Freigabe gibt.

Mit diesen Angaben können wir Posten und Nachkontrolle passend zur Aufgabe planen. Fehlt noch etwas klären wir es im Gespräch.

Angaben zur Arbeit schicken

Quellen: Kreis Euskirchen, Baurechtliche Verfahren und Brandschutzdienststelle; Verordnung zur Bestimmung der Großen und Mittleren kreisangehörigen Städte; BHKG NRW, §§ 25 und 27.

Einsatzgebiet
Kall, Kreis Euskirchen. Die Seite beschreibt ein Einsatzgebiet, keine Niederlassung.
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Fragen

Kurze Antworten für Betriebe und Bauherren in Kall

Braucht eine Werkstatt für eine einzelne Schweißarbeit einen externen Posten?

Nicht zwingend. Wer den Posten stellt, steht im Erlaubnisschein. Ein externer Brandposten lohnt sich vor allem wenn die ausführende Firma keine zweite Person abstellen kann oder der Betrieb die Überwachung unabhängig von ihr regeln möchte.

Wo reiche ich den Bauantrag für eine Halle in Kall ein?

Beim Kreis Euskirchen, und zwar in drei Exemplaren. Die Gemeinde hat keine eigene Bauaufsicht. Das gilt auch für Flächen im gemeinsamen Gebiet mit Schleiden, denn die Fläche liegt in der Gemeinde Kall.

Wer entscheidet, ob eine neue Halle eine Brand­melde­anlage braucht?

Die Festlegung der Notwendigkeit und die Abnahme von Brandmeldeanlagen mit Aufschaltung nennt der Kreis als Aufgabe seiner Brandschutzdienststelle, ebenso Feuerwehrzufahrten und Schlüsseldepots. Sprechen Sie das am besten schon in der Planung an.

Wie lange bleibt der Posten nach Brennerarbeiten auf dem Dach?

Eine allgemein feste Dauer gibt es nicht, der Erlaubnisschein legt sie fest. Sie richtet sich nach Arbeit, Material und Gebäude. Bei Dachabdichtungen planen wir die Kontrolle so, dass auch Stellen unter der Dachhaut und am Rand noch einmal geprüft werden.

Ihr nächster Schritt

Schildern Sie uns Ihren Bedarf.

Ob geplanter Termin oder kurzfristiger Anlass: Mit Ort, Zeitraum und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage einordnen und ein passendes Angebot vorbereiten.