Brandwache in Morsbach: Werksruhe, Instandhaltung und Hallen im Gewerbe
Fast zwei Drittel der Arbeitsplätze in Morsbach liegen im produzierenden Gewerbe. Ende September 2024 zählte IT.NRW neun größere Betriebe des verarbeitenden Gewerbes mit zusammen über 3.200 Beschäftigten. Soll in einem Werk repariert oder umgebaut werden, während die Produktion ruht, planen wir für diese Tage Brandwachen für stille Hallen und Brandposten an den Arbeitsstellen.
Wenige Werke, viele Beschäftigte
Als Arbeitsort hat Morsbach Gewicht: Mitte 2024 pendelten 728 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr ein als aus. Die Zahlen von IT.NRW zeigen, wo diese Menschen arbeiten.
| Bereich | Morsbach | Oberbergischer Kreis |
|---|---|---|
| Produzierendes Gewerbe | 63,4 Prozent | 37,9 Prozent |
| Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Lagerei | 9,5 Prozent | 17,9 Prozent |
| Sonstige Dienstleistungen | 26,9 Prozent | 43,7 Prozent |
| Verarbeitendes Gewerbe, Betriebe von Unternehmen mit in der Regel 20 und mehr Beschäftigten (30.09.2024) | 9 Betriebe mit 3.206 Beschäftigten | 284 Betriebe mit 33.241 Beschäftigten |
Rechnerisch arbeiten in jedem dieser neun Betriebe im Schnitt mehr als 350 Menschen. Bei Betrieben dieser Größe kommen meist Hallen, Lager und Anlagen auf einem Gelände zusammen. Für den Brandschutz zählt dabei vor allem eines: Wird in solchen Werken umgebaut oder instand gesetzt kann das gebündelt in wenigen Tagen geschehen, an vielen Stellen gleichzeitig und mit weniger Personal im haus als sonst.
Quelle: IT.NRW, Kommunalprofil Morsbach (Stand 15.01.2026; Beschäftigte 31.12.2024, Betriebe 30.09.2024, Pendler 30.06.2024).
Im Wissertal und auf dem Höhenrücken bei Lichtenberg
Die Gemeinde beschrieb ihre Gewerbeflächen 2015 als zwei Schwerpunkte: ein Gewerbeband im Wissertal zwischen Schlechtingen und Volperhausen und ein Gebiet auf dem Höhenrücken bei Lichtenberg. Die Betriebe dort boten damals nach ihren angaben weit über 2.500 Arbeitsplätze.
Für Lichtenberg sind seitdem mehrere Bebauungspläne zur Erweiterung rechtskräftig geworden. Die Übersicht der Bebauungspläne mit Stand Oktober 2022 nennt eine Erweiterung des Gewerbegebiets, rechtskräftig seit November 2016, eine Änderung für Lichtenberg Nord-West von 2017 und die Erweiterung des Gewerbeparks Lichtenberg, rechtskräftig seit Februar 2019. Für ein Gewerbegebiet Lichtenberg II lief das Verfahren damals noch.
Wo neben bestehenden Hallen neu gebaut oder angebaut wird treffen Stahlbau, Dachabdichtung und Installation auf einen Betrieb, der weiterläuft. Ein Brandposten beobachtet die Heißarbeiten an der Anschlussstelle. Wird für den Anbau die Brandmeldeanlage im angrenzenden Abschnitt abgeschaltet kann eine Brandwache die Zeit ohne Melder in Rundgängen überbrücken. Mehr zu solchen Bauphasen steht unter Anbau an eine laufende Halle.
Quellen: Gemeinde Morsbach, Broschüre „Unsere Gemeinde Morsbach. Informationen für Gäste und Bürger“ (Ausgabe 2015) und Übersicht über Bebauungspläne der Gemeinde Morsbach (Stand 06.10.2022), beide als Pflichtexemplar der ULB Bonn. Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Wenn die Anlagen stehen und die Handwerker kommen
In Werken der Größe, wie sie die Statistik für Morsbach zeigt, bieten sich Betriebsferien, Feiertage oder ein geplanter Stillstand für die Instandhaltung an. Gerade dann ändert sich der Brandschutz im Gebäude, oft für Tage oder Wochen.
Typische Arbeiten sind Schweißen an Anlagen, das Trennen alter Leitungen oder der Tausch einer Absauganlage. Damit Staub und Rauch keinen Fehlalarm auslösen, werden dafür oft Melder in einzelnen Abschnitten abgeschaltet. Zugleich ist in einer Werksruhe meist wenig eigenes Personal im Werk das einen Geruch oder ein Geräusch bemerken würde. Nachts und am wochenende können die Hallen ganz leer sein.
In dieser Lage können zwei Leistungen nötig sein. Der Brandposten bleibt an der Arbeitsstelle und beobachtet nur die Heißarbeit. Die Brandwache geht in vereinbarten Runden durch die Bereiche, die gerade nicht automatisch überwacht werden, und schlägt Alarm, wenn etwas nicht stimmt. Sie ersetzt die Anlage nicht, sie kann die Zeit bis zur Wiedereinschaltung überbrücken. Was eine Wache dabei tut, steht unter Rundgänge durch stillgelegte Hallen, typische Lagen im Werk unter Brandschutz im Werk während des Stillstands.
- ZeitraumErster und letzter Tag der Werksruhe, dazu die Schichten, in denen Firmen arbeiten.
- AbschaltungenWelche Melderlinien oder Abschnitte wann außer Betrieb gehen und wer sie wieder einschaltet.
- ArbeitsstellenWo geschweißt, getrennt oder gelötet wird und was in der Nähe lagert.
- ZugangSchlüssel, tore, Beleuchtung und Laufwege für die Rundgänge, auch bei abgeschalteter Lüftung.
- AnsprechpartnerWer aus dem Werk erreichbar ist und wie im Ernstfall alarmiert wird.
Kreisbauamt, Brandschutzdienststelle und Rathaus
Morsbach gehört nicht zu den Großen oder Mittleren kreisangehörigen Städten, die die Landesverordnung aufzählt. Untere Bauaufsichtsbehörde ist deshalb nach § 57 BauO NRW der Oberbergische Kreis. Sein Kreisbauamt entscheidet über Bauanträge im Kreisgebiet außer in Gummersbach, Radevormwald, Wiehl und Wipperfürth und nennt als Aufgaben auch die Prüfung des vorbeugenden Brandschutzes. Ob für eine Abschaltung während eines Umbaus Ersatzmaßnahmen verlangt werden, klären Sie deshalb mit dem Kreis und mit Ihrem Brandschutzkonzept.
Brandschutzdienststelle ist nach § 25 BHKG die Gemeinde nur, wenn ihre Feuerwehr über genug geeignete hauptamtliche Kräfte verfügt, im Übrigen der Kreis. In der Gemeindebroschüre von 2015 heißt es, die Freiwillige Feuerwehr Morsbach beschäftige keine hauptamtlichen Kräfte. Welche Stelle heute für Ihr Objekt zuständig ist, bestätigt Ihnen die Brandschutzdienststelle des Oberbergischen Kreises.
Laut Gemeindebroschüre von 2015 wurde die Kulturstätte im Schulzentrum 2012 fertiggestellt und so gestaltet, dass sie als Veranstaltungs- und Versammlungsstätte dienen kann. Für Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre, gilt § 27 BHKG: Sie sind der Gemeinde anzuzeigen, und die Gemeinde entscheidet, ob eine Brandsicherheitswache nötig ist. Das Ordnungs- und Gewerbeamt nannte 2015 öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie die Feuerwehr unter seinen Aufgaben. Formular und frist fragen Sie am besten dort nach.
Quellen: Verordnung zur Bestimmung der Großen kreisangehörigen Städte und der Mittleren kreisangehörigen Städte (Fassung ab 01.01.2025); BauO NRW 2018, § 57; BHKG NRW, §§ 25 und 27; Oberbergischer Kreis, Infoflyer Kreisbauamt (ohne Datum); Gemeinde Morsbach, Broschüre „Unsere Gemeinde Morsbach“ (Ausgabe 2015). Örtliche Gegebenheit, keine Referenz.
Vom Plan für den Stillstand bis zur Wiedereinschaltung
Eine Werksruhe in Morsbach mit Brandwache und Brandposten vorzubereiten, gelingt in fünf Schritten:
Arbeiten sammeln
Alle Gewerke der Werksruhe mit Ort, Tag und Art der Arbeit in einer Liste, auch die kleinen.
Abschaltungen festlegen
Mit der Anlagenfirma klären, welche Abschnitte wie lange ohne Melder sind. Ersatzmaßnahmen mit Brandschutzkonzept und Kreis abgleichen.
Erlaubnisscheine
Für jede Heißarbeit legt der Betrieb fest, wer den Brandposten stellt und wie lange die Kontrolle danach dauert.
Runden planen
Rundgänge der Brandwache nach Plan, Abschnitten und Uhrzeiten, mit Übergabe zwischen Tag und Nacht.
Zurück in den Betrieb
Melder wieder einschalten, letzte Runde, kurze Übergabe an die Werksleitung und auf Wunsch ein Bericht.
Beispiel zur Einordnung, keine Referenz: Ein Produktionsbetrieb in einem Morsbacher Gewerbegebiet nutzt zwei Wochen Werksruhe im Sommer, um eine Absauganlage zu erneuern und Rohrleitungen umzubauen. In zwei Hallenabschnitten sind dafür die Melder abgeschaltet. Tagsüber steht ein Brandposten an den Schweißstellen, abends und am Wochenende geht eine Brandwache Runden durch die leeren Hallen.
Für die Planung genügen uns zunächst der Zeitraum, ein Hallenplan mit den abgeschalteten Bereichen und eine grobe Liste der Arbeiten. Bei brandschutzwache.de stellen wir daraus mit Ihnen zusammen, wann welche Leistung gebraucht wird und wie die Übergaben laufen.
Begriffe wie Brandmeldeanlage und Brandabschnitt erklärt das Glossar.
- Einsatzgebiet
- Morsbach, Oberbergischer Kreis. Die Seite beschreibt ein Einsatzgebiet, keine Niederlassung.
Was Werksleitungen in Morsbach vorab klären
Brauchen Brandposten und Brandwache bei einer Werksruhe in Morsbach eigene Kräfte?
Wenn beides gleichzeitig läuft, ja. Der Brandposten beobachtet ausschließlich die Heißarbeit und hilft nicht bei anderen Aufgaben mit. Die Brandwache dagegen ist in den Hallen unterwegs. Wer beides einer Person überträgt lässt entweder die Arbeitsstelle oder die Runden unbeaufsichtigt.
Wer prüft den Brandschutz eines Hallenanbaus in Lichtenberg?
Bauanträge aus Morsbach gehen an das Kreisbauamt des Oberbergischen Kreises, das auch den vorbeugenden Brandschutz prüft. Die Gemeinde hat keine eigene Bauaufsicht. Welche Festsetzungen der Bebauungsplan für Ihr Grundstück enthält, erfahren Sie im Rathaus.
Darf die Brandmeldeanlage für die ganze Werksruhe abgeschaltet bleiben?
Das entscheidet nicht die Brandwache. Maßgeblich sind Baugenehmigung, Brandschutzkonzept, Auflagen des Kreisbauamts und die Bedingungen des Versicherers. Sinnvoll ist, Abschaltungen so kurz und so klein wie möglich zu halten und die Feuerwehr vorher zu informieren.
Gilt § 27 BHKG auch für einen Tag der offenen Tür in einem Morsbacher Werk?
Er gilt für Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr, bei denen bei Ausbruch eines Brandes eine große Zahl von Personen gefährdet wäre. Ob das bei Ihrem Fest zutrifft, hängt von Besucherzahl, Ort und Programm ab. Sprechen Sie die Gemeinde frühzeitig an, sie entscheidet über die Brandsicherheitswache.
Schildern Sie uns Ihren Bedarf.
Ob geplanter Termin oder kurzfristiger Anlass: Mit Ort, Zeitraum und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage einordnen und ein passendes Angebot vorbereiten.